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Babygebärden Mädchen zeigt "Wo"

Babyzeichensprache – Kommunikation mit Baby leichtgemacht

Wie du dein Kind verstehst und dein Kind dich versteht – ganz einfach schon im Babyalter

Du selbst bist voller Vorfreude, genauso dein Partner: Du bist wieder schwanger, ein Geschwisterchen für dein Erstgeborenes lässt eure kleine Familie weiter wachsen. Was du bei aller selbstverständlicher Vorfreude nicht vergessen darfst: Auch im Köpfchen deines ersten Kindes lösen die „guten Nachrichten“ eine ganze Reihe von Emotionen aus. Begeisterung ist da meist nur eine von vielen. Hier kommt etwas Strategie ins Spiel und zum Glück gibt es diverse Wege und Kniffe, wie man Kindern die Ankunft eines neuen Geschwisterchens schmackhaft machen kann.

Warum überhaupt Babyzeichensprache?

So einfach ist das (eigentlich): Babys wissen bereits sehr früh und sehr genau, was sie wollen. Das Problem: Wir als Erwachsene (allen voran die Eltern) verstehen sie einfach nicht. Natürlich hat dein Kind schon von Anfang an Bedürfnisse – lange, bevor es diese auch aussprechen kann. So kommunizieren kleine Kinder (auch Babys) schon lange, bevor sie sprechen können, mit ihrer Umwelt, allen voran mit den Eltern … nonverbal. Dabei setzen sie zunächst ihren ganzen Körper ein. Die Sprache entwickelt sich schließlich über Nachahmung, ein Kind hört Wörter in seiner Umgebung, die es dann lernt nachzusprechen (und mit der jeweiligen Bedeutung zu verbinden). Sprache und Gestik gehen dabei miteinander einher. Auch dein Kind „verständigt“ sich mit Händen und Füßen, lange bevor es – für dich verständlich – zu sprechen beginnt, oder?! Je nachdem, wie schnell Babys Frustrationsgrenze erreicht ist (wenn es sich unverstanden fühlt), klettert auch dein Stress-Barometer entsprechend schnell nach oben bzw. du selbst wirst zunehmen frustriert und sicher auch traurig, weil du nicht verstehst, was dein Kind gerade meint, will bzw. nicht möchte.

Hier kann zum Glück geholfenen werden: Die Babyzeichensprache baut auf dem natürlichen Gestikulieren eines Kindes auf (auch wir Erwachsende nutzen oft noch die Hände zur Unterstreichung des Gesagten auf „emotionale Weise“). Sie versteht sich als Gebärdensprache für Babys, dabei sind die Babyzeichen an die Gebärdensprache für Gehörlose angelehnt, jedoch auf die Motorik eines Babys angepasst. Entdeckt wurde sie ursprünglich 1980 in den USA von Linda Acredole und Susan Goodwyn. Hierzulande ist es allen voran Vivian König, die über „Zwergensprache“ Kurse und Aufklärung zum Thema in ganz Deutschland anbietet. Durch Babyzeichensprache förderst du die Ausdrucksfähigkeit deines Babys und ermöglichst ihm und dir eine zweiseitige Kommunikation – eine für beide Seiten verständliche Interaktion und damit bessere Verständigung, noch lange, bevor dein Kind konkrete Worte spricht.

Bei diesem Gedanken kann einem schon mal das Mutterherz vor Freude aufgehen. Die Babyzeichensprache ist sicher kein Wundermittel, durch die sich plötzlich alles vermitteln und verstehen lässt. Sie ist aber ein wunderbares Werkzeug, um einander deutlich besser zu verstehen als bisher. Vor allem bietet sie endlich einen Weg für dein Kind, sich schon in sehr jungem Alter mit seinen Bedürfnissen verständlich zu machen … noch vor der gesprochenen Kommunikation.

In welchem Alter beginnen?

Die Babyzeichensprache erlernen kann ein Kind schon lange, bevor es richtig sprechen kann. Falls die Babyzeichensprache dich interessiert, ist es ab ungefähr dem 6.-9. Lebensmonat deines Babys sinnvoll, gemeinsam mit ihm (und ggf. deinem Partner bzw. der nächsten Bezugsperson) einen Kurs besuchen und/oder die Zeichen in Eigenregie zu erlernen. Durchschnittlich ab dem 7. Monat können die meisten Babys die Zeichen dann auch wirklich anwenden. Natürlich gibt es auch Frühstarter: So fangen manche Eltern bereits kurz nach der Geburt an, die Zeichen behutsam einzuführen, z. B. beim zweiten Kind, wenn die Kommunikation per Zeichensprache beim ersten erfolgreich war. Dann nutzt das Baby vielleicht schon ab dem 4. oder 5. Monat das ein oder andere Zeichen.

Babys sind bereits mit wenigen Monaten intellektuell dazu in der Lage, ihre Gedanken, Gefühle und Bedürfnisse mitzuteilen sowie Kommunikation von außen zu verstehen – wenn sie denn richtig „verpackt“ ist. Schon in diesem frühen Entwicklungsstadium kann dein Kind also mit Hilfe der Babyzeichensprache grundlegende Bedürfnisse wie bspw. Hunger, Durst oder Schmerzen kommunizieren. Das vermeidet Frust beim Kind, während gleichzeitig du/ihr Eltern und weitere betreuende Personen besser auf das Kind eingehen und damit seinen Bedürfnissen entgegenkommen könnt.

Ein Pluspunkt: Forschungen haben gezeigt, dass Kindern, die als Baby mit Zeichensprache kommuniziert haben, das Erlernen von Sprache leichter fällt, die spätere Sprachentwicklung verbessert sich durch Babyzeichensprache also messbar. Auch das Selbstvertrauen sowie die eigene Wahrnehmung werden gefördert. Kein Wunder, erfahren doch schon die Kleinsten auf diesem Weg, dass sie sich durch die Nutzung der Babyzeichensprache Gehör verschaffen und damit ihre Umwelt beeinflussen können. Und auch mit zunehmendem Alter kann die Babyzeichensprache deinem Kind helfen: Spricht dein Kind bereits einige Worte, können die vorher erlernten Zeichen zusätzlich motivieren, noch mehr zu kommunizieren, auch durch eine Mischung aus Worten und Zeichen.

Babyzeichensprache erlernen

Du kannst die Babyzeichensprache sowohl in einem Kurs erlernen als auch bzw. zusätzlich zu Hause. Ein Kurs dauert im Schnitt 12 Wochen (eine Kursstunde pro Woche). Im Kurs selbst wird viel gespielt und gesungen, die Zeichen werden quasi nebenbei vermittelt. Bis zu fünf Zeichen kannst du in einer Stunde erlernen und diese dann in den Folgetagen deinem Kind beibringen. Ganz klar: Ob mit Kurs oder in Eigenregie – es sind vor allem viele Wiederholungen nötig, damit dein Kind die Zeichen lernt und irgendwann selbst zeigt. Das Erlernen der Babyzeichensprache gleicht dabei der Aneignung einer neuen Fremdsprache, also: Geduld und Ausdauer zeigen.

Vor allem grundlegende Zeichen wie „Milch/Stillen“, „mehr/nochmal“ oder „Schnuller“ können die Kommunikation zwischen dir und deinem Baby schon sehr früh enorm erleichtern und entspannen. Symbole gibt es für alle möglichen Tätigkeiten, Eigenschaften, Gefühle und Gegenstände, so auch für Musik, Tiere, Keks, Bett/schlafen, Pipi/AA usw. Die einfachen Handzeichen basieren auf der deutschen Gebärdensprache, angewendet werden sie parallel zur normalen Sprache, also während du wie gewöhnlich mit deinem Baby kommunizierst. Dadurch lernt dein Baby, die Verbindung herzustellen zwischen den Zeichen und deren Bedeutung.

Ganz wichtig: Mach dir klar, dass die Aufnahmefähigkeit deines Babys begrenzt ist – so kann es gut sein, dass bestimmte Zeichen gefühlt einfach „hinten runterfallen“, dein Kind sie also ignoriert bzw. einfach nicht anwendet. Es gibt neben dem Erlernen der Babyzeichensprache noch etliche andere parallel ablaufende Entwicklungsschritte, die Aufmerksamkeit erfordern – also nicht irritieren lassen, falls dein Baby die Zeichen zunächst oder generell sehr selektiv gebraucht … vielleicht ist es gerade viel zu beschäftigt damit, laufen zu lernen. Auch Frust oder Missverständnisse lösen sich natürlich nicht völlig in Luft auf durch die Babyzeichensprache, sie soll eher als eine Art Brücke und Hilfe genutzt werden, durch die Babys schon früh aktiv verständlich kommunizieren können.

Du interessierst dich für die Babyzeichensprache und würdest sie gerne für und mit deinem Kind erlernen?

Bei unserer Expertin Eva Möller kannst du auf Anfrage auch Einzelstunden (Region Berlin) vereinbaren und selbst Kursleiterin werden: http://www.baby-handzeichen.de/eva.moeller/.

Buchtipps (Auswahl)

  • Bilderbuch der BabyHandzeichen – Gemeinsam die Babyzeichensprache entdecken und erlernen, Eva Möller, Selbstverlag, 80 Seiten, ca. 14,90 EUR, ISBN 978-3000246197
  • Zauberhafte Babyhände – Wie ganzheitliche Kommunikation mit Babyzeichensprache gelingt, Kelly und Andy Malottke, Verlag Kelly Malottke, 256 Seiten (inkl. Bildwörterbuch mit 99 Babyzeichen), ca. 23,90 EUR, ISBN 978-3981643091