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Eltern aufgepasst: Erste Hilfe bei kleinen Kindern

Die bestmögliche Vorbereitung im Notfall für deinen Nachwuchs

Ein Thema, dass du als Mutter/ihr als Eltern am liebsten gar nicht erst anrühren wollt: Was soll ich tun, wenn mein Kind in meinem Beisein in eine akute Notsituation gerät? So belastend und erschreckend der Gedanke an solch einen Moment auch ist, so wichtig ist es gleichermaßen, dich bewusst mit dem Thema zu befassen. Hier gilt es vor allem, Berührungsängste schon im Voraus so gut es geht aufzulösen und dich vor allem möglichst umfassend auf ein solches – hoffentlich nie eintretendes – Ereignis vorzubereiten.

Vorbereitung auf den Schreckmoment

Toben, springen, klettern, rennen … Kinder spielen und bewegen sich schnell und oftmals – vor allem in sehr jungem Alter – ohne absichernden Weitblick durch ihren Alltag. Passiert ist da (leider) oft schneller etwas, als du gucken kannst. Meistens geht es glimpflich aus, manchmal geht aber auch ordentlich was schief – dann ist der Schreck groß und umso mehr besonnenes Handeln angesagt. „Vorsicht ist besser als Nachsicht“ …  „Augen zu und durch“ … „Gut vorbereitet ist halb gewonnen“ – was klingt wie altbekannte, abgedroschene Phrasen, birgt doch eine Menge Wahrheit in sich, wenn es um das Thema Notfall bei Babys und Kindern geht. Der Gedanke an einen Unfall deines Kindes ist unerträglich – umso wichtiger ein bewusstes Herantasten an die Thematik. Fast die Hälfte aller Unfälle mit Kindern finden im häuslichen Umfeld statt (Wohnung bzw. Haus und/oder Garten). Da ist es einleuchtend, vor allem dich selbst sowie alle weiteren in Frage kommenden, dein Kind betreuenden Personen entsprechend auf einen Notfall vorzubereiten.

Zu wissen, was du im entscheidenden Augenblick tun kannst, um deinem Kindso effektiv wie möglich Erste Hilfe zu leisten, ist also das A und O für Eltern. Aber auch Großeltern, Babysitter und andere Personen im direkten täglichen Umfeld deines Nachwuchses profitieren davon. Im Durchschnitt dauert es ca. 8 Minuten, bis ein Rettungswagen vor Ort ist. Im Ernstfall eine gefühlte Ewigkeit im Ernstfall … ruhige und besonnene Reaktionen können dann tatsächlich Leben retten oder zumindest den entscheidenden Unterschied machen zwischen potenziellen ernsthaften Langzeitfolgen und einem hoffentlich glimpflichen Ausgang.

Am wichtigsten bei der allgemeinen Vorbereitung auf eine mögliche Unfallsituation deines Kindes: Berührungsängste mit dem Thema minimieren. Taste dich gedanklich bewusst und konkret heran an eine mögliche Gefahrensituation, in die dein Kind verwickelt sein könnte. Versuche dabei, deine Emotionen selbst im theoretischen Durchspielen so gut es geht zu kontrollieren. Die abstrakte und schwer greifbare Angst bedarf kontrollierter Aufmerksamkeit und sollte einem klaren Kopf und schnellen Reaktionen im Ernstfall möglichst nicht im Weg stehen.

Die wichtigsten Sofortmaßnahmen

Bei jeder Art von Unfall, an dem du beteiligt bist und bei dem du einer anderen Person Hilfe leisten könntest, gilt zuallererst: Ruhe bewahren. Leichter gesagt als getan, besonders, wenn es sich dabei um dein eigenes Kind handelt. Was jetzt am meisten hilft – dir und deinem Nachwuchs: konkret abrufbare Erste-Hilfe-Maßnahmen, die du trotz erstem Schock besonnen und gezielt anwenden kannst.

Schon vorab kannst du im häuslichen Umfeld Vorbereitungen treffen, die zumindest eine erste Grundversorgung ermöglichen (besonders für kleinere Notfälle):

  1. Ein vollständiger, gut ausgerüsteter Verbandkasten, der Folgendes enthält:
    • elastische Mullbinden, sterile Wundkompressen, Verbände (jew. diverse Größen), Verbandtuch
    • Heftpflaster und Pflasterstrips
    • Einmalhandschuhe (Größe M und L)
    • Verbandschere, Dreieckstuch, Rettungsdecke
    • Kalt-/Warmkompresse (im Kühlschrank lagern)
  2. Medikamentenschrank mit (mind.) grundlegender Ausstattung (kindgerecht):
    • Schmerzmittel und Fieberzäpfchen
    • Hustensaft, Nasentropfen oder -spray
    • Mittel gegen Insektenstiche, Sonnenbrand
    • Mittel gegen Verdauungsbeschwerden und Durchfall
    • Wund- und Heilsalbe

Bewahre den Verbandkasten an einem Ort auf, der für alle Familienmitglieder schnell und einfach zugänglich ist (z. B. im Flur), vor allem sollte jeder in der Familie wissen, wo er sich befindet. Kontrolliere regelmäßig, ob bestimmte Materialien oder Medikamente abgelaufen sind und ersetze diese gegebenenfalls.

In einer akuten Gefahren- bzw. Unfallsituation sind dies die ersten Schritte, die du beachten solltest (gemäß der Bundesgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e. V.):

  • Ruhe bewahren
  • Überblick über die Gefahrensituation verschaffen
  • Kind aus der akuten Gefahrensituation retten
  • Gefahrenstelle absichern (zur Vorbeugung weiterer Unfälle)
  • Kind durch ruhiges Sprechen oder Streicheln beruhigen (sprich auch mit dem Kind, wenn du dir unsicher bist, ob es dich hört)
  • Kind zügig, aber ruhig auf Verletzungen untersuchen
  • Atmung kontrollieren; prüfen, ob die Atemwege frei sind (entsprechend Erste-Hilfe-Kurs)
  • Herzschlag prüfen

Bei einem (selbst wenn nur vermuteten) Herz- und Atem-Stillstand, greife entweder (falls möglich) selbst umgehend zum Hörer oder lasse im Idealfall eine zweite Person den Notruf wählen:

Notruf wählen (112) und folgende Informationen durchgeben:

  • WO ist der Unfall passiert (Hinweise zur Anfahrt)
  • WAS ist geschehen (soweit du es miterlebt hast/nachvollziehen kannst)
  • WER ist betroffen (wie viele Personen, Alter)
  • WELCHE Verletzungen sind erkennbar/zu vermuten
  • WARTEN auf erste Anweisungen/Rückfragen

Anlaufstellen – Informationen und Kurse

Notfall-Situationen, die bei Babys und (Klein-)Kindern eintreten können, in denen du im Idealfall entscheidende Erste-Hilfe-Maßnahmen leisten kannst, sind u. a.:

  • Allergische Reaktion
  • Beinahe ertrinken
  • Fieberkrampf
  • Gehirnerschütterung
  • Gelenkverletzungen, Knochenbrüche
  • Insektenstich im Mundraum, Bienenstich, Insektenbiss
  • Schock, Bewusstseinsstörungen, Herz-Kreislauf-Stillstand
  • Unterkühlung, Erfrierungen
  • Verbrennung, Sonnenstich, Hitzschlag, Hitzeschock
  • Vergiftung und Verätzung
  • Verschlucken, Entzündungen im Rachen, Asthmaanfall
  • Wundversorgung

Solch konkrete Unfall-Situationen und die jeweils passenden Sofort-Maßnahmen sind u. a. Thema in Erste-Hilfe-Kursen. Falls du bisher noch nie einen solchen besucht hast (oder die Erinnerung an den im Vorfeld deiner Führerscheinprüfung schon zu verblasst ist): Nimm dir die Zeit und vereinbare am besten sobald als möglich einen Termin für einen Erste-Hilfe-Kurs. Ob Auffrischen oder zum ersten Mal teilnehmen – das Erlernen von Sofort-Maßnahmen bei einem Unfall ist absolut sinnvoll, ganz besonders für dich als werdende oder frischgebackene Mutter (sowie auch für deinen Partner oder weitere, dein Kind betreuende, Personen).

Wichtig zu wissen: Kinder und vor allem Säuglinge sind keine kleinen Erwachsenen – das trifft nicht nur auf die Erziehung zu, sondern besonders auf die Versorgung bei medizinischen Notfällen. Erste-Hilfe-Maßnahmen für Säuglinge und Kinder gehen ganz gezielt auf deren spezifischen Bedürfnisse und Bedingungen ein. So werden in Deutschland diverse Erste-Hilfe-Kurse speziell bzgl. Sofort-Maßnahmen bei Babys und Kindern angeboten.

Nachfolgend findest du einige konkrete Anlaufstellen: