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Fliegen mit Baby – Wie die Reise zum Erfolg wird

Fliegen mit Säugling – oh nein oder ja klar?! Warum Reisen mit Kleinkind eine gute Idee ist (und was man alles beachten sollte)

Die ersten Tage, Wochen, Monate mit deinem Baby – aufregend, neu, wunderschön. Und wenn sich alles erst mal eingependelt hat, ihr euren Alltag miteinander gefunden habt? Dann kann dir als frischgebackener Mama irgendwann auch mal ganz gehörig die Decke auf den Kopf fallen – genau wie deinem Partner. Viel Abwechslung? Mal rauskommen? Intellektueller oder kultureller Input? Na ja. Vermutlich eher nicht. Ein Tapetenwechsel muss her, am besten als Familie ab in den Flieger und weit weg. Hier geben wir dir einen ersten Überblick über Flugreisen mit Baby und was es dabei zu beachten gilt.

Ab wann und wie weit empfehlen sich Flugreisen für Babys?

Das Leben mit einem Neugeborenen ist ein Segen mit vielen einzigartigen Momenten, die Elternherzen höherschlagen lassen. Genauso zerren aber auch chronischer Schlafmangel und der irgendwann recht eintönige Alltag an einem – völlig verständlich und … absolut ernst zu nehmen. Eine Auszeit, ein Urlaub, Abwechslung vom heimischen Leben, gemeinsam als frische Familie Neues entdecken – klingt fantastisch. Aber Reisen mit einem kleinen Baby? Und dann noch per Flugzeug? Ja, warum denn nicht?! Es gibt tatsächlich etliche Beispiele reiselustiger junger Eltern, die mit einem Kleinstkind die Welt erkunden und dabei – trotz aller Anstrengungen (die gibt es aber auch zu Hause, warum also nicht „anstrengend mit Urlaubssonne“?!) – eine unglaublich tolle, einmalige Zeit haben und als Familie bewusst näher zusammenrücken.

Klar, einfach nur den Rucksack packen und los geht’s ist mit Baby nicht ganz so simpel. Einige Dinge gilt es da auf jeden Fall zu beachten. Nichtsdestotrotz: Mit Baby in den Flieger steigen? Experten sagen „Ja, klar“ – so lange das Kind gesund ist. Die meisten Airlines gestatten Babys schon ab dem 8. Lebenstag mitzufliegen, bei einigen geht das erst etwas später (am besten direkt bei eurer Urlaubs-Airline erkundigen). Generell gelten ca. 3 Monate als gutes Startalter für Babys, die im Flieger reisen sollen. Mit 3 Monaten ist die sogenannte Drei-Monats-Kolik – falls sie denn auftritt – in den meisten Fällen ausgestanden, dein Baby ist schon etwas „im Leben angekommen“, schläft bereits ein wenig ruhiger und weint vermutlich nicht mehr so viel wie in den ersten Tagen und Wochen nach der Geburt.

Idealerweise planst du als erste Flugreise mit (einem noch sehr kleinen) Baby ein Ziel, dass nicht zu viele Flugstunden entfernt ist … ab besten langsam vortasten. Mit Reisen nach Übersee (z. B. Nord- und Südamerika, Asien) solltest du evtl. noch eine Weile warten – die (selbst für Erwachsene) doch sehr lange Flugzeit und eventuelles (auch mehrmaliges) Umsteigen sind dann doch noch zu viel des Guten für den Anfang. Taste dich langsam heran und gestalte deine Reiseziele so, dass die Zeit im Flieger nicht zu viele Stunden beträgt (da kannst du dein Baby am besten einschätzen, ab wann es unruhig und quengelig wird). Für den Fall, dass dein Baby doch kein Flug-Fan ist oder es zum Reisezeitpunkt nicht wirklich gut drauf ist, sind kurze Strecken dann sehr viel leichter und stressfreier zu gestalten bzw. überbrücken. Falls du dennoch einen Langstreckenflug mit sehr jungem Baby in ferne (exotische?) Gefilde planst, plane hier gewissenhaft und rechtzeitig im Voraus und erkundige dich gesondert, vor allem zu konkreten Voruntersuchungen, einer möglichst stressfreien Flugroute und der medizinischen Versorgung am Urlaubsort.

Welche Vorbereitungen sind bei Flugreisen mit Baby zu treffen?

Ausweispapiere/Kinderreisepass:

Ganz wichtig im Vorfeld – kümmere dich rechtzeitig um Ausweispapiere für dein Kind. Seit 2012 gilt (nach europäischer Vorgabe): Kinder benötigen bei Auslandsreisen einen eigenen Pass oder Personalausweis (je nach individuellen Einreisebestimmungen des Ziellandes). Falls du alleine mit deinem Baby reist (ohne Partner/den anderen Erziehungsberechtigten), empfiehlt das Auswärtige Amt die Mitnahme einer Zustimmungserklärung des anderen (für Reisen nach Kanada muss die Erklärung sogar beglaubigt sein).

Flug-/Sitzplatzbuchung:

Was den Flug angeht, darf jeweils ein Kleinkind unter zwei Jahren pro Erwachsenem befördert werden. Einige Fluggesellschaften erheben 10 % des Flugpreises für Kinder bis 2 Jahre (kein Sitzplatzanspruch); ab 2 Jahren gilt dann der Kindertarif (je nach Airline bis zu 67% des regulären Tarifs). Unser Tipp: Lass dich vorab von deiner Airline beraten, welche Sitzplätze am besten geeignet sind für das Reisen mit Kleinkindern bzw. wähle, wenn möglich, bei der Flugbuchung Sitzplätze in der ersten Reihe – dort ist meist ein flugzeugeigenes Bettchen installierbar (z. B. bei Lufthansa: bis 83 cm/14 kg). Sonst sind meist spezielle Babywannen verfügbar (bis 6 Monate/8 kg). Nicht vergessen: Für beides ist vorab eine Reservierung nötig.

Wenn das Kind auf dem Schoß der Eltern sitzt, ist ein zusätzlicher Schlaufengurt Pflicht, grundsätzlich wird (bei etwas älteren Kindern) immer zur Buchung eines eigenen Sitzplatzes mit Kinderrückhaltesystem geraten (bei Airline erfragen). Am sichersten fliegt dein Baby in einem selbst mitgebrachten Autokindersitz mit – dafür muss ein eigener Sitzplatz gebucht werden und du musst im Voraus abklären, ob der Kindersitz über eine gesonderte ECE-Zulassung für die Verwendung von flugzeugüblichen 2-Punkt-Gurten verfügt. Besonders bei Langstreckenflügen oder falls du vorhast, häufiger mit Baby im Flieger zu verreisen, lohnt es sich daher, sich darüber näher zu informieren.

Verpflegung:

In puncto Verpflegung bleibt es relativ simpel für dich, falls du noch voll stillst. Dann kannst du dein Baby einfach im Flieger und wie sonst auch zu den gewohnten Zeiten stillen. Bekommt dein Baby die Flasche oder schon Gläschenkost, packst du am besten im Vorfeld eine Tasche mit allem, was du zum Füttern für die Flugdauer brauchst (plus Zeit zum und vom Flieger). Für Kinder ab 2 Jahren gibt es an Bord spezielle Kinder-Menüs. Babynahrung darfst du auf jeden Fall im Handgepäck mitnehmen (höchstens 100 ml pro Behälter, insgesamt max. 1l, in durchsichtigem, wiederverschließbarem Beutel).

Transport:

Kinderwagen, Buggy, Baby-Bett u. ä. darfst du bei den meisten Airlines kostenfrei mitführen (zu Beschränkungen bitte individuell informieren). Praktisch: Der Kinderwagen darf meistens bis direkt vor dem Einstieg dabeibleiben, nach dem Flug bekommst du ihn dann auch direkt wieder. So bleiben lange Fußwege durchs Flughafengebäude mit Kind und Kegel (ohne Tragemöglichkeit) aus. Zu weiteren Gepäckbestimmungen wende dich bitte ebenfalls an deine Fluggesellschaft.

Sicherheitscheck:

Am Flughafen darfst du dein Baby selbst durch den Metalldetektor tragen – falls es gerade schläft, musst du es nicht extra wecken, es darf allerdings nicht im Kinderwagen liegen/sitzen bleiben. Dieser wird zusammengeklappt und gesondert in der Sicherheitskontrolle durchleuchtet. Gut zu wissen: Mit Kind darfst du fast immer am „Pre-Boarding“ teilnehmen – so kannst du mit Baby, Sack und Pack noch vor den anderen Reisenden in den Flieger steigen.

Über alle spezifischen Bestimmungen und Dienstleistungen für Flüge mit Baby/Kindern halten die jeweiligen Airlines immer auch Informationen auf ihrer Webseite bereit – sobald euer Reiseziel feststeht und der Flug gebucht werden soll, erkundige dich vorab nochmal zu den individuellen Richtlinien.

Gesundheitliche Aspekte

Das Erste, was einem als gelegentlicher Flugreisender in den Sinn kommt, ist die Frage nach dem Druckausgleich. Schon einem Erwachsenen macht der Druck auf den Ohren bei Start und/oder Landung teilweise zu schaffen – trotz Kaugummi kauen, gähnen etc. Wie sieht es da bei einem Baby bzw. Kleinkind aus? Die beste Lösung: Halte bei Start und Landung Schnuller, Fläschchen bzw. Gläschen-Nahrung bereit oder gib‘ deinem Baby, wenn möglich, die Brust – das Füttern während Start und Landung kann den Druckausgleich bedeutend erleichtern. Auch Nasentropfen mit Kochsalzlösung können helfen – da Babys in den ersten Monaten nur durch die Nase atmen, könnten die Nasenschleimhäute zuschwellen – da sind die Tropfen schnell zu Hand (auch zur Vorbeugung von Ohrenschmerzen). Falls du unsicher bist, besprich dich im Vorfeld zusätzlich mit deinem Kinderarzt.

Egal, wohin du fliegst oder wie lange du mit deinem Baby verreist – eine Vorab-Untersuchung beim Kinderarzt ist auf jeden Fall Pflicht. Vor allem bei geplanten Fernreisen (andere Klimazonen etc.) sind eventuell Impfungen nötig. Deren Durchführbarkeit und Verträglichkeit (je nach Alter des Kindes) muss rechtzeitig vorher abgeklärt und durchgeführt werden, damit ihr eure Reise auch wirklich wie geplant antreten könnt (oder euch möglicherweise nach einem anderen Ziel umsehen solltet). Generell gilt: Egal, ab welchem Alter eine Airline das Fliegen mit Baby gestattet – die vollständige Gesundheit deines Kindes geht vor. Heißt also, mit Ohrenentzündungen, Atemwegserkrankungen etc. solltet ihr auf eine unmittelbare Reise erst mal verzichten.

Wenn du die Wahl hast, achte bei der Buchung der Flugzeiten darauf, dass diese nicht zu sehr mit dem gewohnten Tagesrhythmus deines Babys kollidiert – so habt ihr insgesamt eine entspanntere Reisezeit und dein Kind kämpft nicht mit zu vielen Neuerungen und Veränderungen.

Konkrete Tipps und Tricks für den Flug

Alles-drin-Tasche:

Denk‘ daran, auf der Reise und besonders im Flieger eine handliche Tasche mit allen unterwegs nötigen Dingen für dein Baby bei dir zu haben (z. B. Windeln, Spucktuch, Medizin, Feuchttücher, Spielzeug, Babynahrung etc.).

Viel trinken:

Genau wie wir Erwachsene sollten auch Babys möglichst viel trinken bei einem Flug. Die Luft im Flieger ist bekanntermaßen sehr trocken, da hilft vermehrte Flüssigkeitsaufnahme. Für etwas ältere Babys eignen sich z. B. Tee oder stilles Wasser.

Unterhaltung/Ablenkung:

Wenn dein Nachwuchs bei seinem ersten Flugabenteuer erst wenige Monate alt ist, musst du dir um ausführliche Unterhaltung an Bord noch keine Gedanken machen. Obwohl dein Baby jetzt noch nicht eigenständig spielt und sich beschäftigt, kannst du trotzdem für gewisse Ablenkung sorgen. Vom Beißring über erste Fühl-Bilderbücher bis hin zum Lieblingskuscheltier – pack auf jeden Fall einige der Dinge für den Flug (und eure Reise an sich) ein, die deinem Baby auch von zu Hause vertraut sind und die es auch dort ablenken und beschäftigen.

Zwiebellook:

Ähnlich wie bei uns Erwachsenen ist es auch für Babys ratsam, während eines Fluges mehrere Schichten dünner Kleidung zu tragen, die man bei Bedarf (Temperaturschwankungen/Klimaanlage im Flieger, am Flughafen etc.) aus- und wieder anziehen kann. Unser Tipp: auch dicke Socken und evtl. Kuscheldecke für Junior einpacken.

Unser Fazit: Reisen und auch Fliegen mit Kindern bzw. Babys ist in unserer globalisierten Welt absolut keine Seltenheit mehr. Viele Airlines entsprechen inzwischen in vielerlei Hinsicht den Bedürfnissen von mit Kindern reisenden Eltern; andere Mitreisende sind es inzwischen auch zumeist gewohnt, dass immer auch Kinder oder Babys an Bord sind und sind daher (meistens) verständnisvoll und zuvorkommend. Bei Fragen oder Unklarheiten vor und während des Fluges kannst du dich außerdem immer an das Bodenpersonal am Flughafen oder die Crew im Flugzeug wenden – so wird auch deine erste Flugreise mit Baby zu einem hoffentlich unvergesslichen und entspannten Erlebnis.