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Mädchen oder Junge Kuchen

Junge oder Mädchen – wissen oder überraschen lassen?

Gedanken zur Frage: „Will ich wissen, ob ich mit einem Jungen oder Mädchen schwanger bin?“

Ein Thema, unendlich viele Meinungen. Na gut – zwei Meinungen. Deshalb trotzdem keine leichtere Entscheidung für viele werdende Mütter bzw. Eltern: Wollen wir vor der Geburt wissen, ob wir ein Mädchen oder einen Jungen bekommen? Überlegst du auch noch, ob du das Geheimnis um das Geschlecht deines ungeborenen Kindes lüften möchtest – oder dich lieber bei der Geburt überraschen lässt? Wir überlegen mal eine Runde mit und geben dabei (hoffentlich) den ein oder anderen Denkanstoß bzw. Perspektivwechsel zum Thema „Geschlecht vor der Geburt erfahren„.

Die Grundsatzfrage und warum sie uns so beschäftigt

In einem Zeitalter, das sich auf die Fahne schreibt und stetig weiter danach strebt, alles zu erforschen, zu wissen, zu zerpflücken und durchleuchten sowie immer mindestens einen Schritt voraus zu sein (und das beständig unter dem Mantel des Fortschritts), taucht eine Frage immer wieder auf: Will ich das Geschlecht meines Kindes wissen, bevor es auf die Welt kommt? Und so einfach und unproblematisch sie auch zu beantworten wäre: Das Abwägen ist alleine deshalb mehr als verständlich – und treibt vielleicht auch dich derzeit um – weil es dabei eben nicht um Technik, Wissenschaft und Fortschritt geht, sondern … um persönliche Emotionen.

Vorab herausfinden, ob du einen Jungen oder ein Mädchen zur Welt bringen wirst, kann schon lange vor der Schwangerschaft oder spätestens zu deren Beginn ein ganz schöner Brocken sein, den es von allen Seiten zu beäugen gilt. Vielleicht gehörst du ja auch zu den werdenden Mamis, die von vorneherein sagen: Ich lass‘ mich überraschen. Vielleicht vertrittst du aber auch den Standpunkt, dass du natürlich vorher wissen willst, „was du kriegst“.
Das Geschlecht des Kindes vorab herausfinden oder nicht? Eine vielleicht gerade deswegen so knifflige Frage für werdende Eltern, weil es eben keine klare und „richtige“ Antwort darauf gibt. Ändert es etwas am weiteren Verlauf der Schwangerschaft? Wie du an dein Kind denkst? Wie du dich ihm gegenüber verhältst – im Mutterleib sowie nach der Geburt? Was kann ausschlaggebend sein für die Entscheidung, es wissen zu wollen oder nicht und welche gefühlten „Vorteile“ hat dieses Wissen?

„Hauptsache, gesund“ oder „Dann wird das Kinderzimmer jetzt … gestrichen“ – wir halten fest: Zu entscheiden, ob du das wahrscheinliche Geschlecht deines Babys kennen willst, ist nicht unbedingt leicht. Zum Teil kann das ganz einfach auch daran liegen, dass dein ungeborenes Kind dich vielleicht gar nicht herausfinden lässt, ob es ein Junge oder ein Mädchen ist. Auch diese Variante will bedacht sein: Was, wenn Junior sich in deinem Bauch entspannt ins Fäustchen lacht und sich bei jedem Ultraschall-Termin so verschmitzt dreht, dass das Geheimnis bis zum Schluss nicht gelüftet werden kann?!

Die „Hauptsache, gesund“-Fraktion

Vor 30-40 Jahren, als die Pränataldiagnostik noch in den Kinderschuhen steckte, befürchteten manche Kritiker, dass werdenden Eltern die Fantasie abhandenkommt, wenn das Geheimnis um Babys Geschlecht schon vor der Geburt gelüftet wird. Der gedankliche Spielraum, sich Momente mit dem Kind auszumalen, wären dann vielleicht eingeschränkt. Unbestritten: Diese Träume vom Leben mit Kind sind für angehende Eltern sehr wichtig, um schon vor der Geburt eine spürbare Bindung zwischen sich und dem Baby aufzubauen. Das vorherige Wissen um das Geschlecht schmälert diese Fantasie, Gedankengebilde sowie die spätere enge Beziehung zwischen Eltern und Kind aber keineswegs, so viel ist heute auch klar.

Einfach mit dem Lauf der Dinge gehen, sich überraschen lassen, nicht viel planen in Sachen „gender-spezifische“ Farben für Strampler, Spielzeug und Stil des Kinderzimmers – so unterscheidest du dich vom Bedürfnis Vieler, gerne die Kontrolle und den Überblick behalten zu wollen – über möglichst jeden Aspekt des persönlichen Lebens. Wenn du also vorab nicht wissen möchtest, ob du einen Jungen oder ein Mädchen zur Welt bringen wirst, dann gib beim ersten Ultraschalltermin auf jeden Fall das Signal, dass du auch bei künftigen Untersuchungen keine Infos zum Geschlecht deines Babys haben möchtest. Und dann … heißt es einfach entspannt zurücklehnen, gelassen und doch neugierig bleiben und der Überraschung harren, die da auf dich zukommt bei der Geburt. Loslassen hat ja auch was für sich – weniger Stress, weniger Planung, mehr Raum für „einfach sein“. Ach ja … Namen kannst du dir natürlich trotzdem schon überlegen – eben erst mal für beide Geschlechter.

Die „Das Kinderzimmer wird hellblau/rosa“-Seite

Zählst du zu den werdenden Mamis, die gerne schon vorab wissen wollen, welches Geschlecht ihr Kind hat?! Herausfinden lässt sich das meistens bei der zweiten regulären Ultraschall-Untersuchung, ca. um die 16.-20. Schwangerschaftswoche herum. Diverse Experten sagen, es macht auf jeden Fall einen Unterschied, ob man im Voraus weiß, ob es ein Junge oder Mädchen wird. Manche Mütter empfinden dann eine noch engere Bindung, wenn sie ihr Ungeborenes gleich mit einem bereits vorab gewählten Namen ansprechen können. Und für die, die sich in der Hinsicht nur schwer einigen können? Die haben dann umso mehr Zeit, sich einen entsprechenden Namen zu überlegen und dabei – hoffentlich – auf einen Nenner zu kommen.

Die Vorstellung vom eigenen Baby wird also gleich viel realer und greifbarer, Gedanken an zukünftige Situationen mit Sohn oder Tochter nehmen konkretere Formen an. Oft werden Mädchen und Jungen ja auch unterschiedliche Charaktereigenschaften zugeschrieben. Wenn du also schon weißt, „was es wird“, bringst du evtl. bestimmte Regungen im Bauch schon vorab gedanklich mit dem Geschlecht in Verbindung. Entsprechend klassischer Rollenbilder kommen dann – oft auch von außen – auch schneller Sätze wie z. B. „Der wird bestimmt mal Fußballer“.
Und was ist mit Kleidung und Kinderzimmer? Bei diesen äußerlich sichtbaren Dingen lassen einige Eltern es erst recht konkret und deutlich werden, ob sie einen Sohn oder eine Tochter erwarten. Manche wollen es z. B. gerade aus genau diesen Gründen vorher wissen … und dann geht es für viele auch schon los mit Tapeten- und Farbauswahl und mit gezielten Kleidungskäufen in „typischen“ Farben. Kann man so machen, muss man aber nicht. Es gibt natürlich auch etliche Eltern, die zwar das Geschlecht ihres ungeborenen Kindes schon kennen, aber keinesfalls in ein klassisches Farbschema verfallen wollen bei allem, was das Drumherum betrifft. Da möchten es die einen farblich eher neutral statt knallig halten, die anderen schöpfen einfach tief aus der kunterbunten Farbpalette in punkto Kleidung, Möbel, Spielzeug und Wandfarben.

Enttäuschung oder Freude?

Durchaus auch Realität: Eine gewisse „Enttäuschung“ bei manchen Müttern und Vätern, wenn sie das Geschlecht ihres Nachwuchses erfahren und vorher vielleicht mit etwas Anderem gerechnet oder auf ein bestimmtes Geschlecht gehofft hatten. Woran das liegt? Einerseits: Falls das Geschlecht des Kindes schon vor der Geburt feststand (soweit möglich), stellt man sich natürlich ein auf einen Sohn oder eine Tochter. Ein Name, bestimmte Accessoires, das im Kopf ausmalen diverser Situation im Familienleben … Sobald die Vorfreude so konkret ist, kann es bei der Geburt natürlich zu einem ersten „Schreck“- bzw. Überraschungsmoment kommen, wenn sich die Vorhersage als falsch erweist. Oder: Manche Menschen haben schon Jahre vor der Familienplanung einen starken Wunsch nach einer Tochter oder einem Sohn. Diese Sehnsucht kann ganz unterschiedliche Gründe und Ursprünge haben, sich aber über die Jahre sehr verfestigen. Dann sind die Gedanken sehr fixiert auf ein Geschlecht ohne viel gedanklichen Spielraum. In den meisten Fällen gibt sich dieser erste „Gefühls-Schluckauf“ schnell wieder, sobald die ersten Glückshormone und das Bewusstsein hereinschwappen, ein (hoffentlich gesundes) Kind in den Armen zu halten. Falls auch du vorab sehr eingeschossen bist auf ein bestimmtes Geschlecht, beschäftige dich in aller Ruhe mit deinen Gefühlen dazu, tausch dich eventuell mit anderen Müttern aus und mach dir klar, dass ein Kind immer ein großes Geschenk ist und du es am Ende – egal, was es wird – zweifellos bedingungslos lieben wirst.

Am Ende siegt die (Eltern)Liebe

Egal, wie du dich entscheidest – Abwarten und Tee trinken oder voll informiert losplanen – behalte einige Punkte im Hinterkopf. So passiert es z. B. gar nicht selten, dass Ärzte ab und zu mal daneben liegen mit ihrem Tipp für die Geschlechtsbestimmung. So schießt du dich vielleicht gedanklich schon auf eine kleine Prinzessin oder einen putzigen Piraten ein und dann … Überraschung! Denn ja, auch die Technik bzw. die Möglichkeiten, die die moderne Ultraschalldiagnostik mit sich bringt, hat ihre Grenzen.

Unser Tipp: Offen und entspannt bleiben. Wenn du – ganz gleich, aus welchem persönlichen Gefühl heraus – unbedingt wissen willst, ob du bald einen Sohn oder eine Tochter im Arm hältst, dann versuche es herauszufinden. Aber – nicht zu sehr fixieren auf das Geschlecht. Erstens kommt es manchmal eben doch anders als erwartet. Und zweitens … als du dich dazu entschieden hast, ein Baby zu wollen und schwanger zu werden, stand sicher nicht das Geschlecht des Kindes im Vordergrund oder der Gedanke, dass du nur dann ein Baby haben willst, wenn es ein bestimmtes Geschlecht hat. Ein intensiver Kinderwunsch ist am Ende nicht der Wunsch nach Junge oder Mädchen, sondern nach einem Kind. Denn seien wir doch mal ehrlich: Nicht dein Sohn oder deine Tochter stehlen dir ab der ersten Sekunde nach der Geburt für immer dein Herz, sondern … dein Kind.