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vor und nach der Geburt Checkliste Bürokratie

Herausforderung Bürokratie – Behördengänge vor und nach der Geburt

Die Schwangerschaft ist die wohl aufregendste Zeit des Lebens. Doch obwohl sich Mütter wohl am liebsten die ganze Zeit über den Bauch streicheln und sich die Zukunft mit dem Baby vorstellen würden, müssen sie sich wohl oder übel auch mit unliebsamen Formalitäten beschäftigen. Da ein Baby, wenn es erst einmal auf der Welt ist, so ziemlich alles durcheinander wirbeln kann, ist es sinnvoll, einige Dinge auch schon vorher zu regeln. Mit den folgenden Tipps kriegen Eltern die Bürokratie rund um die Geburt in den Griff.

Vor der Geburt

Nach der Geburt

Vor der Geburt

Anmeldung beim Krankenhaus

Wenn die Geburt erst einmal begonnen hat und die Frau mit den schmerzhaften Wehen kämpft, haben Eltern selten den Kopf frei für die Anmeldung im Krankenhaus. Das wissen die Hebammen in den Kreißsälen und bieten daher an, bereits im Vorfeld alle Formalien für die Aufnahme zu klären. Es werden zum Beispiel die Angaben zu etwaigen Risiken und Vorerkrankungen aus dem Mutterpass  übertragen und eventuelle Allergien erfasst. Im Normalfall sollte die Anmeldung in der Zeit von der 32. bis zur 36. Woche erfolgen. In Ballungsgebieten und anderen kinderreichen Regionen kann es aber durchaus viel früher nötig werden, sich bei einem Krankenhaus anzumelden, um überhaupt einen Platz im Kreißsaal zu ergattern. Auch die Plätze in Geburtshäusern sind meist sehr begehrt.

Vaterschaftsanerkennung / Gemeinsames Sorgerecht

Die Vaterschaft ist bei verheirateten Paaren klar geregelt, der Ehemann gilt automatisch auch als Vater. Bei unverheirateten Paaren ist das etwas komplizierter. Hier ist ein gemeinsamer Gang zum Amt nötig, damit der Vater später in die Geburtsurkunde eingetragen werden kann.
Beim Jugend- oder Standesamt erkennt der Vater mit Zustimmung der Mutter die Vaterschaft für das Kind an. Dies kann bereits vor der Geburt erledigt werden, was auch durchaus ratsam ist, denn nach der Geburt hat man bekanntlich wenig Zeit für lästige Behördengänge.

Will der Vater auch das gemeinsame Sorgerecht für das Kind, kann dieses in dem Zuge mit beantragt werden, allerdings ist das nur beim Jugendamt möglich. Die gemeinsame Sorge wird dann in der sogenannten Sorgeerklärung geregelt. Die Eltern sollten sich dann auch schon mal Gedanken darüber machen, welchen Familiennamen das Kind tragen soll. Den Familiennamen, für den man sich beim ersten Kind entscheidet, werden auch die weiteren gemeinsamen Kinder tragen.

Elternzeitanmeldung vorbereiten

Der gesetzliche Mutterschutz beträgt sechs Wochen vor der Geburt und acht Wochen danach. Wollen berufstätige Mütter darüber hinaus mit dem Baby zu Hause bleiben, müssen sie beim Arbeitgeber Elternzeit anmelden. Das muss spätestens sieben Wochen vor dem geplanten Beginn erfolgen, in der Regel ist das eine Woche nach der Geburt. Den entsprechenden Vordruck können werdende Eltern bereits vor der Geburt vorbereiten und nach der Geburt mit dem tatsächlichen Geburtstag ergänzen. Auf der Anmeldung der Elternzeit wird der Arbeitgeber außerdem informiert, wie lange die Elternzeit dauern soll und ob Teilzeitarbeit geplant ist.

Elterngeldantrag ausfüllen

Bereits seit 2007 können Eltern bis zu 24 Monate lang Elterngeld erhalten. Dieses muss beim Jugendamt beantragt werden. Der Elterngeldantrag kann meist direkt auf den Internetseiten des entsprechendes Amtes heruntergeladen werden. Eltern sind gut beraten, wenn sie den Antrag schon vor der Geburt weitestgehend ausfüllen, damit sie Daten wie Geburtsdatum des Kindes und Beginn der Elternzeit nach der Geburt nur noch ergänzen müssen.

Nach der Geburt

Geburtsurkunde beantragen

Die Beantragung der Geburtsurkunde wird oftmals durch die Geburtsklinik bzw. das Geburtshaus übernommen, kann aber auch direkt über das Standesamt erfolgen. Innerhalb von einer Woche nach Beantragung sollten die verschiedenen Ausführungen der Geburtsurkunden ins Haus geflattert kommen. Zusätzlich zu den Urkunden für die eigenen Unterlagen gibt es Ausführungen für die Beantragung des Elterngeldes, des Kindergeldes und für die Anmeldung bei der Krankenkasse. Damit die Beantragung der Geburtsurkunde zeitnah in die Wege geleitet werden kann, gehören die folgenden Unterlagen in die Kliniktasche.

Notwendige Unterlagen:

  • Personalausweis oder Reisepass der Eltern
  • Namenserklärung
  • Geburtsurkunde der Mutter

zusätzlich wenn die Eltern unverheiratet sind

  • Geburtsurkunde des Vaters
  • evtl. Vaterschaftsanerkennung und Sorgeerklärung (falls vorhanden)

zusätzlich wenn die Eltern verheiratet sind

  • Geburtsurkunde des Vaters
  • Eheurkunde oder beglaubigte Abschrift vom Familienbuch der Ehe

Ausführliche Informationen können im Vorfeld beim Standesamt erfragt werden.

Elternzeit beim Arbeitgeber anmelden

Ist das Kind endlich auf der Welt, kann die Elternzeit beim Arbeitgeber angemeldet werden. Wichtig ist, dass dies sieben Wochen vor Beginn der Elternzeit gestellt wird. (s. Vor der Geburt – Elternzeitanmeldung vorbereiten)

Kindergeld beantragen

Kindergeld wird einkommensunabhängig gezahlt. Für das erste und zweite Kind beträgt es derzeit monatlich 194 Euro, für das dritte 200 Euro, für das vierte und jedes weitere Kind 225 Euro. Das Kindergeld wird durch eines der Elternteile bei der zuständigen Familienkasse beantragt. Hierfür wird eine der Ausführungen der Geburtsurkunde benötigt (s. Nach der Geburt – Geburtsurkunde beantragen).

Elterngeld beantragen

Wer sich bereits vor der Geburt mit dem Elterngeldantrag auseinandergesetzt hat, kann jetzt entspannt die Unterlagen vervollständigen und den Antrag losschicken. Das Elterngeld wird höchstens drei Monate rückwirkend ab Antragsdatum gezahlt, darum sollten Eltern nicht zu lange mit der Beantragung warten. Eine gründliche Auseinandersetzung ist auf jeden Fall ratsam, denn es gibt viele Möglichkeiten Elterngeld zu beziehen, wie z.B. eine Verlängerung des Zeitraums auf 24 Monate oder die Ausübung einer Teilzeitstelle während der Zahlung des Elterngeldes.

Krankenkassenanmeldung

Die ersten Untersuchungen nach der Geburt werden über die Krankenkasse der Mutter abgerechnet. Doch sollte das Kind zügig mit in die Familienversicherung aufgenommen werden. Ist einer der Elternteile privat versichert, muss geprüft werden, ob die gesetzliche Krankenkasse tatsächlich verpflichtet ist, das Kind mit aufzunehmen. Die private Versicherung muss das Kind dann aufnehmen – gegen einen eigenen Beitrag.

Christine lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in Berlin und meistert ihren turbulenten Alltag mit guter Organisation und viel Liebe.