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Home-Office mit Baby – Tipps & Tricks für Mütter

Vollzeit-Mama zu Hause, Karriere-Mami ruckzuck zurück am Arbeitsplatz – die moderne Familien- und Arbeitswelt kennt etliche Modelle, um Kind und Job geschmeidig unter einen Hut zu bringen. Auch Gründe gibt es genug – sowohl für die Entscheidung, die Elternzeit größtenteils oder komplett in Anspruch zu nehmen als auch für den Entschluss, absehbar in den Job zurückzukehren. Dann heißt es für den Nachwuchs meist Krippe, Kita, Tagesmutter und Kindergarten. Aber da gibt es ja noch eine weitere Option, um Kind und Karriere parallel zu wuppen – das Home-Office bzw. die Heimarbeit. Freiberuflich oder angestellt: Möglichkeiten, mit Kind von zu Hause aus zu arbeiten, gibt es viele.

Gerade Mutter geworden – von zu Hause arbeiten müssen oder wollen?

Vielleicht auch gerade dein Thema: Dein Kind ist schon da oder du stehst kurz vor der Geburt und überlegst, wie sich die Rückkehr in deinen Job – ob Freiberuflerin oder Angestellte – mit Nachwuchs von zu Hause aus stemmen lässt bzw. … ob du das überhaupt willst.

Einige Mütter freuen sich nach einer gewissen Elternzeit-Spanne ganz bewusst auf die Rückkehr an den alten Arbeitsplatz. Die erste Zeit mit einem Neugeborenen, aufgrund schlafloser bzw. etlicher sehr kurzer Nächte manchmal eine gefühlte 24/7-Dauerschleife, lässt eine stundenweise „Auszeit“ vom Mutter-Dasein durchaus erstrebenswert. Auf andere Gedanken kommen, neuer Wissens-Input, soziale Netzwerke am Arbeitsplatz reaktivieren, Wertschätzung für die eigene berufliche Expertise – viele Aspekte, die anspornen für die Rückkehr an den vorherigen Arbeitsplatz – eventuell auch für dich.

Vielleicht gehörst du aber auch zu den Frauen, die in ihrer neuen Mutterrolle so sehr aufgehen, dass du gerne rund um die Uhr zu Hause bei ihrem Kind bleiben möchten, eventuell sogar auf Dauer. Wenn du zu Beginn deiner Schwangerschaft in einem Angestellten-Verhältnis warst, konntest du die Rückkehr in den Job vielleicht schon vorab abklären, ohne vor Ort an den Arbeitsplatz zurückzukehren, stattdessen: Home-Office. Oder: Du bist selbstständig, hast also auch bisher schon von zu Hause aus gearbeitet. Die neue Herausforderung: dich nach der Geburt deines Kindes neu einzufinden in eine bislang ungewohnte Doppelrolle – Kind und Karriere, von zu Hause aus. Vorsicht Definitionssache: „Home-Office“ steht für Arbeit zu Hause statt am regulären Arbeitsplatz (Angestelltenverhältnis). „Heimarbeit“ bezeichnet einen flexibel gestaltbaren Job in den eigenen vier Wänden – meist freiberuflich, mit Gewerbeschein etc.

Arbeitszeiten zu Hause mit Baby organisieren und meistern

Kein Geheimnis und doch einer der wichtigsten Aspekte für erfolgreiches, fokussiertes und konzentriertes Arbeiten von zu Hause, vor allem mit Kind: Organisation. Wenn du derzeit vor der Aufgabe stehst, in Kürze deine Arbeit – freiberuflich oder angestellt im Home-Office – wiederaufzunehmen, hilft dir Struktur und Organisation ganz wesentlich bei der Bewältigung deiner Aufgaben … im Haushalt wie im Job.

Die Prio-Liste scheint im Grunde erst mal ganz simpel – vor allem, wenn dein Baby noch sehr klein ist: Das Kind geht vor. Da kann und muss man wenig argumentieren, zumindest was die Themen Füttern, Windeln wechseln und generelles Kümmern bzw. Beruhigen angeht. Wenn der Hunger kommt, die Windel voll ist oder dem Nachwuchs sonst was nicht passt, meldet er sich und will versorgt werden. Zu Recht. Besonders, wenn dein Kind noch sehr klein ist, stellst du deine beruflichen Aufgaben den Bedürfnissen deines Babys hintenan, zumindest zu einem Teil. Aber auch das lässt sich mit etwas Übung, Routine und – soweit möglich – gewissen regelmäßigen Abläufen vereinbaren.

Konkret auf deinen Job bezogen gibt es natürlich diverse Aspekte, die du versuchen musst so in deine heimische Arbeitszeit zu integrieren, dass du dich tatsächlich konzentrieren und produktiv arbeiten kannst:

  1. Arbeitsplatz: Schaffe dir einen ruhigen, aufgeräumten, freundlichen Ort in Wohnung/Haus, der einlädt zum Konzentrieren und inspiriert werden. Das kann eine kleine Ecke mit Schreibtisch sein oder sogar ein eigenes Arbeitszimmer – je nach Verfügbarkeit und deinen persönlichen Bedürfnissen. Vermeide es, deine Arbeit „zwischen Tür und Angel“ am Küchentresen, Esstisch oder auf der Couch zwischen Lätzchen, Breigläsern und Wäschebergen zu verrichten. Dein Job verdient zu Hause denselben inhaltlichen und infrastrukturellen Platz und Wert, den er vor Ort bei deinem Arbeitgeber oder als Selbstständige ohne Kind hätte. Baby hin oder her – gerade mit einem Neugeborenen, das viel Aufmerksamkeit und Zeit einnimmt, braucht deine Arbeit ebenso Raum und Engagement – und dazu einen Ort, an dem du dich konzentrieren und einstimmen kannst auf deine beruflichen Aufgaben.
  2. Feste Kernzeiten: Machen wir uns nichts vor – ein Baby schert sich wenig um irgendwelche von dir festgelegten Arbeitszeiten – wenn die Windel voll ist oder der Magen leer, muss Mama her … und zwar pronto. Aber auch da kannst du dich mit der Zeit wunderbar einpendeln. Während der ersten Wochen und Monate wirst du mit deinem Kind Stück für Stück Rhythmen finden, vor allem bzgl. Still- und Schlafzeiten. Dann kannst du dir peu à peu vermehrt Zeitfenster während des Tages herauspicken, in denen es möglich ist, an Projekten und Aufgaben zu arbeiten. Stress dich dabei vorab nicht zu sehr: Je jünger dein Kind ist, desto unregelmäßiger ist euer Tagesablauf noch, auch verschiedene Schübe wie das Zahnen oder unruhige Schlafphasen machen dir hier des Öfteren einen Strich durch die Rechnung. Tipp: Kläre (als Angestellte) im Vorfeld mit Chef und Kollegen ab, wieviel „Flexibilität“ hier toleriert wird und stell dich bewusst ein auf spontane Unterbrechungen durch dein Kind – so bleibst du insgesamt entspannter und kriegst zweifellos mehr geschafft, als dich festzubeißen in „hätte, sollte, müsste“-Szenarien. Hier heißt es: bleib‘ realistisch und „go with the flow“!
  3. Kommunikation: Geschäftspartner, Auftraggeber, Chef oder Kollegen – die kommunikative Leitung mit deinem Gegenüber im Arbeitsumfeld solltest du immer irgendwie aufrecht erhalten bzw. pflegen und regelmäßig nutzen. Falls du vor der Geburt deines Kindes angestellt warst und jetzt von zu Hause aus in Teilzeit am Office-Geschehen teilnimmst oder freiberuflich Projekte betreust – bleib‘ selbst aktiv, was den Informationsfluss und Austausch mit relevanten Stellen betrifft. Telefonate und Conference-Calls, E-Mails und evtl. persönliche Meetings sind essenziell, damit du nicht den Anschluss verlierst. Tipp: Als Angestellte im Home-Office evtl. regelmäßig einen Präsenz-Tag am Arbeitsplatz vereinbaren, um am Ball zu bleiben.
  4. Meditation: Ja, richtig gelesen … Meditationen bzw. schon eine kurze gedankliche Auszeit, ein paar Minuten bewusstes Verschnaufen, zur Ruhe kommen, in den Bauch atmen können mittelgroße Wunder bewirken beim Versuch, sich nach dem Versorgen des Nachwuchses auf die anstehenden Aufgaben im Job zu konzentrieren. Wer schafft es schon mit einem Wimpernschlag von Null auf Hundert, von Stillkissen zu Projekt-Präsi. Ein kleiner, feiner Cut muss her, kurz hinsetzen, nichts tun, Augen schließen, bewusst atmen, vielleicht auch mit einer Anleitung (Video, Audio). Hetzen hat noch niemanden produktiver gemacht, also: einen Gang runterschalten und dann mit frischer Energie und klarem Kopf an die Arbeit – und wenn es nur für eine halbe Stunde ist. Bevor Junior wieder nach Mama quäkt.
  5. Babysitter: Es stehen wichtige Deadlines oder Telefonate mit Kollegen, Arbeit- oder Auftraggeber oder wichtigen Partnern an? Höchstwahrscheinlich lassen die sich nicht völlig unkompliziert während einer (alles andere als vorhersehbaren) „Schlafeinheit“ deines Babys einplanen. Falls du die Möglichkeit hast: Lass dir helfen von jemandem, der sich während des Telefonats bzw. vor der Abgabe eines Projektes um den Nachwuchs kümmern kann. Ob Partner, Oma und Opa, Geschwister, beste Freundin oder Babysitter … für die Rückkehr in den Job, v. a. via Home-Office, gilt ganz klar: Unterstützung holen, familiäres bzw. soziales Netzwerk pflegen, erweitern, flexible Betreuungsmöglichkeiten in petto haben. Tipp: Bedanken/ab und zu kleine Aufmerksamkeiten für die Helfer nicht vergessen.
  6. Theorie vs. Praxis: Auch, wenn du dir im Vorfeld alles genau überlegt und zurecht gelegt hast – erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Die Realität bei der Rückkehr in den Job als junge Mutter sieht vielleicht ganz anders aus als das, was du erwartest hast. Der Spagat zwischen dem Kümmern um dein Baby und dem beruflichen Wiedereinstieg von zu Hause aus kann wunderbar klappen. Falls du nach einer Weile dennoch merkst, dass beides parallel gerade noch zu stressig ist und gefühlt entweder dein Kind oder der Job zu kurz kommen, dann zieh konsequent die Reißleine. Nicht jetzt heißt nicht nie! Falls finanziell machbar, nimm dir eher noch einige Wochen oder Monate mehr Zeit für dein Baby und geh‘ den Schritt zurück in den Job erst, sobald sich zu Hause alles weitestgehend stabilisiert und eingespielt Davon hat am Ende sowohl dein Kind (entspannte, ausgeglichene Mutter) als auch dein Job mehr (genug Energie und Fokus).

Prima Jobs für Home-Office mit Baby

Ein Sonderfall: Vor der Geburt deines Babys hast du als Angestellte gearbeitet, als frischgebackene Mama passt der Job aber nicht mehr. Trotzdem willst oder musst du Geld verdienen bzw. brauchst einen Ausgleich, der dich intellektuell und/oder kreativ irgendwie fordert? Es gibt tatsächlich einige Optionen, um Kind und Karriere zu vereinen – ohne die eigenen vier Wände verlassen oder eine umfangreiche Kinderbetreuung organisieren zu müssen.

Bei fast allen Job-Portalen kannst du vorab nach bestimmten Job-Formaten filtern (Heimarbeit, Teilzeit, freiberuflich, angestellt etc.). Nachfolgend findest du einige Ideen rund ums Thema „Jobs von zu Hause mit Kind“:

  • Schreibarbeiten/Virtuelles Sekretariat, Assistenz (diverse Tätigkeiten z. B. für Rechtsanwälte, Architekten, Ärzte etc.; meist selbstständig)
  • Kreative Berufe (Grafiker, Journalist/Texter/Autor/Lektor, Übersetzer, Schneider etc.)
  • Produkte testenInterviews für Meinungsforschungsunternehmen (Call Center)
  • Datenverarbeitung/-erfassung (flexible Zeiteinteilung, Excel-Kenntnisse)
  • Produktion („Fließbandarbeit“ – einfaches zusammensetzen, z. B. Kugelschreiber)
  • Tagesmutter (Grundqualifizierung/Fortbildung nötig; max. 5 Kinder bei dir daheim betreuen)
  • Selbstgemachtes online verkaufen (Nähen, Basteln, Kunst etc.; z. B. über Dawanda, Etsy)
  • Online-Flohmarkt (Wohnung/Haus ausmisten und Aussortiertes bei ebay etc. verkaufen)
  • Verkaufs-Partys (z. B. Tupperware, Kosmetika, Schmuck)

Nicht vergessen zum Thema Arbeit während der Elternzeit: Falls du und oder dein Partner als Angestellte während der Elternzeit in den Job zurückkehren wollen, gilt: Mütter und Väter dürfen in eingeschränkter Form maximal 15-30 Stunden pro Woche arbeiten. Nach Ablauf der (zuvor mit dem Arbeitgeber abgestimmten) Elternzeit kann die Vollzeitbeschäftigung wieder aufgenommen werden. Nähere Informationen zur Höhe des individuellen Elterngeldes bzw. zur Länge der Elternzeit erfragst du am besten im Vorfeld bei den für dich zuständigen offiziellen Stellen/Ämtern.