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Krippe vs. Tagesmutter – wo ist mein Kind besser aufgehoben?

Das Küken will – oder soll – aus dem Nest hüpfen und in dir als relativ frisch gebackener Mama schlagen zwei Herzen: Einerseits freust du dich auf ein wiedererlangtes Stückchen Unabhängigkeit, auf ein paar Zeitfenster abseits des 24-h-Mutter-Jobs – nur für dich, deinen Job, den Haushalt, den Partner, Freunde, ein bisschen Selbstfürsorge und verschnaufen. Andererseits schmerzt dein Mutterherz verständlicherweise bei dem Gedanken an dein Kind in der Obhut anderer Menschen, die nicht engste Familie oder Freunde sind. Die Sache mit dem Vertrauen, das Abwägen der Angebote, vor allem die Frage nach der besten Form der Kinderbetreuung. Wenn schon Abnabeln, dann soll wenigstens klar sein, wo dein Nachwuchs die beste Rundum-Betreuung erhält – in der Krippe oder bei der Tagesmutter? Wir vergleichen die beiden Modelle nachfolgend für dich.

Kinderbetreuungsmodelle je nach Alter

Fremdbetreuung ist – besonders auf emotionaler Ebene – immer ein großer Schritt für junge Eltern. Das gilt umso mehr, wenn dein Nachwuchs noch sehr klein ist. Steht für dich fest, dass es bald so weit sein soll, geht es vor allem um die Frage, welche Betreuungsform du dir am ehesten vorstellen kannst für dein Kind, aber auch, in welchem Alter welche Art der Fremdbetreuung am sinnvollsten erscheint. Familiäre Umgebung mit wenigen anderen Kindern bei einer Tagesmutter? Oder eine kunterbunte (und vielleicht größere) Gruppe von Kindern in der Krippe?

Wenn dein Kind noch sehr klein ist, vielleicht sogar noch nicht mal ein Jahr alt, spricht auf den ersten Blick intuitiv vieles für eine Betreuung durch eine Tagesmutter. Macht Sinn, denn die Aufmerksamkeit und Fürsorge, die ein Baby bzw. Kleinstkind benötigt, wird in solch überschaubarer Umgebung vermutlich intensiver abgedeckt als in der Krippe. Auch die vermutlich eher ruhige und sehr persönliche, vertraute Atmosphäre bei der Tagesmutter scheint eher geeignet für sehr kleine Kinder im Gegensatz zum meist eher wuseligen und lauteren Tagesablauf in der Krippe.

Ein Vorteil der Krippenbetreuung, der vor allem für etwas ältere Kinder auf der Hand liegt: die Sozialisierung mit anderen (hauptsächlich) Gleichaltrigen. Sobald dein Kind alt genug ist für die Interaktion mit anderen Kindern, sollte es vermehrt in Gesellschaft anderer Kinder sein können – erwiesenermaßen ist förderlich, einen Teil des Alltages mit anderen Kindern zu verbringen, gemeinsam zu spielen, teilen und Rücksicht nehmen zu lernen u. v. m. Auch ergeben sich in der Krippe oft schöne Freundschaften zwischen den Kindern, die auch außerhalb der Betreuung weitergepflegt werden können – gleiches gilt für die Mütter bzw. Eltern, die durch den Kontakt zu anderen Eltern beim Bringen oder Holen der Kinder Erfahrungen austauschen und so ihren Freundeskreis in Bezug auf Eltern mit Kindern erweitern können.

Viele Eltern, die mit ihren Kindern bereits Erfahrungen sowohl mit Tagesmüttern als auch mit der Krippe gemacht haben, berichten, dass sie eine Mischung aus beiden Betreuungsformen aufeinanderfolgend ideal für ihre Kinder finden. Zunächst eine Betreuung für die noch ganz jungen Lebensmonate bei einer Tagesmutter und, sobald der Nachwuchs älter ist, in einer Krippe. Das Beste von beidem eben?!

Wenn der Geldbeutel mitentscheidet

Es gibt viele Gründe, weshalb dein Kind relativ früh außerhalb eures Zuhauses bzw. nicht von dir selbst betreut werden soll, zumindest stundenweise, vielleicht auch einige Tage die Woche. Das mag z. B. daran liegen, dass du auf zusätzliche Einnahmen angewiesen bist und daher in deinen Job zurückkehrst bzw. einen neuen beginnst. Geld spielt in diesem Fall aber auch in puncto Kinderbetreuung eine Rolle, denn die ist als Fremdbetreuung meist nicht kostenfrei. Wieviel du also für die Betreuung außer Haus ausgeben kannst, ist bei der Entscheidung ein wichtiger Faktor.

Wenn du dein Geld bewusst zusammenhalten musst, ist eine Tagesmutter vielleicht (erstmal) die beste Lösung. Diese rechnet eigentlich immer nur die Stunden ab, in denen dein Kind auch wirklich dort betreut wird, zudem sind die Kosten in der Regel deutlich geringer als in einer Krippe. Dort wird die Betreuungszeit meist pauschal pro Monat abgerechnet, auch sind die Betreuungszeiten (Stunden/Tage pro Woche) weniger flexibel. Eine Ausnahme ist z. B. Hamburg – seit August 2014 ist in der zweitgrößten Stadt Deutschlands zumindest die fünfstündige Grundbetreuung in der Kita bzw. die Kindertagespflege beitragsfrei, dies gilt ab der Geburt bis zur Einschulung. Ein wahrer Segen, gerade in dieser teuren Metropole.

Informiere dich auf jeden Fall rechtzeitig über die Verfügbarkeit und Kostenpunkte eines potenziellen Krippenplatzes für dein Kind, bevor du dich für ein Betreuungsmodell entscheidest – Kosten und freie Plätze können in staatlichen wie privaten Einrichtungen stark variieren, sie sind meist abhängig u. a. vom Wohnort und der beruflichen Situation der Eltern.

Vergleich beider Betreuungsmodelle auf einen Blick

Für welche Form der Betreuung du dich im ersten Schritt entscheidest, hängt also von diversen Faktoren ab. Das Alter deines Kindes, deine finanzielle Situation, das tatsächlich verfügbare Betreuungsangebot von offiziellen Einrichtungen und privaten Tagesmüttern, Empfehlungen von anderen Eltern, die Flexibilität in den Betreuungszeiten … dies alles und sicher noch einige andere Punkte gilt es in die Überlegungen mit einzubeziehen. Einen Überblick über die wichtigsten Punkte beider Betreuungs-Varianten geben wir dir hier:

Faktoren Tagesmutter (TM) Krippe/ KiTa
Professionalität/
Personal
  • Betreuung im privaten Rahmen, mind. Grundqualifizierung/Fortbildung (zur Ausübung der TM-Tätigkeit)
  • meist kein erziehungswissenschaftlicher/ pädagogischer Hintergrund
  • keine anderen Erwachsenen vor Ort/Kontrolle nur bedingt möglich
  • ausgebildete ErzieherInnen (dreijährige Ausbildung)
  • Betreuungsschlüssel oft nicht ideal (zu viele Kinder auf eine/n BetreuerIn)
Kosten
  • meist günstiger als Krippenplatz
  • berechnet werden normalerweise nur die Stunden, in denen das Kind auch wirklich betreut wird
  • ca. 3-7 Euro/Stunde
  • Bezuschussung vom Jugendamt möglich
  • ganz unterschiedlich/stark schwankend
  • variiert je nach Wohnort und Einkommen und Träger
  • zw. 0-600 Euro/Monat (z. T. noch mehr bei privaten Einrichtungen)
  • Essensgeld meist zusätzlich berechnet
  • pauschale Berechnung (auch im Krankheitsfall/wenn nicht anwesend)
  • z. T. Bezuschussung von Stadt/Staat
Verfügbarkeit/
freie Plätze
  • ganz unterschiedlich (auch abhängig von Wohnsituation/Ballungsraum oder ländlich)
  • oft über persönliche Empfehlung (andere Eltern)
  • auf Inserate/Aushänge achten
  • häufig Wartelisten/keine freien Plätze (je nach Wohnort/Nachfrage)
  • Chance auf Krippenplatz steigt, wenn beide Elternteile arbeiten (Nachweis erforderlich)
Sozialisierung
  • individuell verschieden je nach betreuender Person, schwer nachvollziehbar (wird zum gemeinsamen Spielen/Lernen angeregt?)
  • teilweise schwer, da z. T. größere Altersunterschiede innerhalb der Gruppe
  • iKinder/Spielkameraden im gleichen Alter durch bewusste Gruppenbildung
  • Entwicklung einer besonders hohen Sozialkompetenz durch geführtes „Erlernen“ von Vertrauen, Teilen, Konflikte lösen etc.
Altersgerechte Betreuung
  • keine offiziellen Vorgaben
  • intensivere Betreuung möglich, da weniger Kinder
  • Qualität der Betreuung schwer nachvollziehbar (Kinder könnten z. B. auch nur vor dem Fernseher sitzen)
  • Gruppen häufig mit Kindern unterschiedlichen Alters
  • bewusst gewählte Anregungen, Spielmaterial, Bewegungsmöglichkeiten
  • Gruppen bewusst nach Alter eingeteilt (Gleichaltrige in derselben Gruppe)
  • zwar mehr Spielsachen als zu Hause oder bei der Tagesmutter, aber es muss mehr geteilt werden
Atmosphäre
  • familiäre/private/häusliche Umgebung in der Privatwohnung der TM
  • meist nur eine betreuende Person und kleinere Gruppen (max. 5 Kinder)
  • offizielle Gebäude/Räumlichkeiten (eher KiGa-Atmosphäre mit auf Kinder abgestimmter Einrichtung)
  • meist größere Gruppen (bis zu 12 Kinder)
Förderung
  • keine offiziellen Vorgaben, die eingehalten werden müssen
  • im Idealfall intensivere, individuellere Betreuung pro Kind
  • Beschäftigung schwer nachvollziehbar/kontrollierbar
  • Kinder werden evtl. nicht bzw. nicht altersgerecht gefördert
  • gut strukturierter Tagesablauf
  • Förderung (idealerweise) nach aktuellen Bildungsstandards (altersgerecht)
  • bewusstes und soziales Spielen, Musizieren, Interagieren
  • Vermittlung klarer Regeln
Flexibilität/
Betreuungszeiten
  • Betreuungszeiten können flexibel abgesprochen werden (auch stundenweise, Absage auch kurzfristig möglich)
  • oft sehr lange Betreuungszeiten (teilw. auch über Nacht)
  • Betreuungszeiten meist fest geregelt (pro Tag und Woche)
  • geringe Flexibilität
Sonstiges
  • ideal für Kinder, die sich in ruhigerem Umfeld und kleineren Gruppen wohler/sicherer fühlen
  • evtl. gab es eine Empfehlung von befreundeten Eltern, dann ist das Vertrauensverhältnis zur Tagesmutter gleich größer
  • höhere Stressanfälligkeit für sensiblere Kinder (größere Gruppe, weniger individuelle/entspannte Einzelbetreuung)
  • super für Kinder, die sehr aktiv, kontaktfreudig und offen sind für neue Anregungen

Schlussendlich entscheiden sich Eltern ganz unterschiedlich und anhand aller möglichen kleinen und großen Aspekte für eine Tagesmutter oder eine Krippe. Jede Familiensituation ist anders, wichtig sind auch deine Wünsche in Bezug auf eine – anfänglich – fremde betreuende Person bzw. Umgebung (Persönlichkeit, berufliche Qualifikation, Räumlichkeiten/Ausstattung). Und auch deine eigene Einschätzung deines Nachwuchses, was dessen Charakter und seine individuellen Bedürfnisse angeht, solltest du mit einbeziehen in deine Überlegungen. Du als Mutter kannst – neben allen theoretischen Faktoren – am besten abschätzen, welche Umgebung deinem Kind in Sachen Betreuung für die erste Zeit weg von Mama guttun und gefallen könnte. So heißt es vor einer endgültigen bzw. vorläufig ersten Entscheidung: vor allem aufs eigene Bauchgefühl hören – und im besten Fall noch guten Input bzw. Empfehlungen von Freunden/anderen Eltern heranziehen. Und nicht vergessen: Nichts ist in Stein gemeißelt – wenn dein Kind in oder nach nach der Eingewöhnungsphase nicht happy ist bei der Tagesmutter oder in der Krippe und es sich auch für dich nicht ganz stimmig anfühlt, steht einem neuen Anlauf an anderer Stelle nichts im Weg.