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Kosten Kindergarten Kita Kindertagesstätte Kinderbetreuung

Kosten für den Kindergarten – wie teuer ist Kinderbetreuung?

Nach dem Ende der Elternzeit ist es für viele soweit: Der kleine Schatz wird in eine Betreuung gegeben. Ob das Kind zu einer Tagesmutter, einer Tagespflege oder in eine Kinderkrippe bzw. einen Kindergarten kommt, hängt vom lokalen Angebot, der Auslastung der Einrichtungen und den Vorlieben der Eltern ab. Während die einen kleinere Gruppen bei der Tagesmutter passend für ihr Kind finden, schätzen andere die zeitliche Flexibilität in Kindertagesstätten. Doch ist der Kindergarten bzw. Tagesmutter nicht nur eine Betreuungseinrichtung sondern eine wichtige Bildungsinstitution für das Kleinkind. Daher fördern immer mehr Bundesländer die Aufnahme der Kinder, indem sie die Kosten teilweise oder sogar vollständig übernehmen. Außerdem gibt es seit 2013 einen gesetzlichen Anspruch auf einen Platz in einer Kindertageseinrichtung ab dem ersten Geburtstag.

Wovon sind die Betreuungskosten abhängig?

Die Kosten für die Betreuung, ob Kindergarten oder Tagesmutter, variieren zum Teil sehr stark und sind abhängig von den folgenden Faktoren:

  • Wohnort der Familie
  • Alter des Kindes
  • Träger der Betreuungseinrichtung
  • Einkommen der Sorgeberechtigten
  • Anzahl der Kinder in der Betreuung

Die Kosten für den Kindergarten bzw. die Tagesmutter setzen sich zusammen aus den Betreuungskosten und Verpflegungskosten, wovon nur die Betreuungskosten von Eltern steuerlich abgesetzt werden dürfen.

Welche Unterschiede gibt es zwischen den Bundesländern?

Mehrere Bundesländer übernehmen mittlerweile den Kindergartenbeitrag bzw. die Kosten für die Tagesmutter. In Berlin wurden die Gebühren für Kindergarten und -krippe in den vergangenen Jahren schrittweise abgeschafft, ab dem 1. August 2018 wird nun die komplette Kitazeit kostenfrei sein. Und auch Hessen und Niedersachsen haben jüngst verkündet, dass sie die Kitagebühren abschaffen werden.

Weitere Bundesländer, die die Gebühren zum Teil übernehmen sind Thüringen, Brandenburg, Hamburg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Bayern. Dabei gibt es gravierende Unterschiede im Umfang der Freistellung. Beispielsweise werden in Bayern 100 Euro Zuschuss für Kinder im Jahr vor der Einschulung gezahlt, in Schleswig-Holstein gibt es 100 Euro für betreute Kinder unter drei Jahren. In Nordrhein-Westfalen und Thüringen ist das letzte Kitajahr beitragsfrei (auch in Brandenburg wird dies ab Sommer 2018 der Fall sein). In Hamburg dagegen sind fünf Stunden Betreuung von der Geburt bis zur Einschulung freigestellt.

Für Eltern, die in Bundesländern wohnhaft sind, die keine bzw. nur teilweise Beitragsfreiheit für die Kindergartenzeit gewähren, wie z.B. Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg, sind die Gebühren abhängig vom Wohnort. Kitagebühren werden grundsätzlich kommunal geregelt, d.h. sie sind Sache der Stadt bzw. der Gemeinde. Desweiteren wird meist das Einkommen der Eltern der Berechnung des Beitrags zugrunde gelegt. In vielen Fällen gibt es für Geringverdiener Erleichterungen, außerdem existiert ein Höchstsatz für Vielverdiener.

Welchen Einfluss hat der Träger auf die Kitakosten?

Wie viel Eltern tatsächlich für einen Kitaplatz bezahlen müssen, ist auch davon abhängig ob ein Kind z.B. in einem städtischen Kindergarten oder in einer Kita eines privaten Trägers betreut wird. Die Kitalandschaft in Deutschland ist sehr vielfältig: Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Träger.

 

Kommunale Träger

Das bedeutet, dass der Kindergarten von der Stadt, der Gemeinde oder dem Landkreis betrieben wird. Sie machen den Großteil der Kitas in Deutschland aus.

 

Freie Träger

Dies ist der Oberbegriff für verschiedene Arten von Trägern. Dahinter können sich kirchliche Träger, Elterninitiativen, Vereine oder privatwirtschaftliche Träger verbergen. Vor allem im Bereich der Elterninitiativen und privaten Träger können Zusatzkosten für die Eltern entstehen.

 

Kirchliche Träger

Kindergärten mit kirchlichen Trägern sind meist sehr stark in die jeweilige Kirchengemeinde eingebunden. Die Zugehörigkeit zur Kirche ist für die Aufnahme aber trotzdem nicht zwingend. Häufig sind ihre Kindergärten ebenso teuer wie die Einrichtungen der kommunalen Träger.

 

Freie Wohlfahrtsverbände und Vereine

Die größten Verbände der Freien Wohlfahrtspflege sind:

  • Deutsches Rotes Kreuz
  • Caritas
  • AWO (Arbeiterwohlfahrt)
  • Diakonie
  • Paritätischer Wohlfahrtsverband
  • Zentrale Wohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland

Sie alle sind gemeinnützige Organisationen. Das bedeutet, ihre Arbeit ist wie die der Kirchen unabhängig und selbstständig.

 

Elterninitiativen

Elterninitiativen sind Vereine. Sie werden meistens gegründet, wenn es keine anderen Angebote für die Kinderbetreuung gibt bzw. diese den Ansprüchen der Eltern nicht genügen. Die Eltern sind gemeinsam Träger der Kita. Sie kümmern sich u.a. um die pädagogischen Konzepte, die Personalangelegenheiten und die Betreuungszeiten. Häufig übernehmen die Eltern Aufgaben, die sonst durch die Kindertagesstätte übernommen würde, wie zum Beispiel Reparaturen, Renovierungsarbeiten oder die Essenszubereitung. So können die Kosten geringer gehalten werden.

 

Privatwirtschaftliche Träger

Hier gibt es zwei Formen von Trägern: privat-gewerbliche und privat-gemeinnützige Träger.

Privat-gemeinnützige Träger können im Gegensatz zu privat-wirtschaftlichen Trägern durch öffentliche Gelder bezuschusst werden. Kitas unter privat-wirtschaftlichen Trägern sind somit häufig am teuersten.

 

Betriebskitas

Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf unter ihren Angestellten zu fördern, entscheiden sich immer mehr (vor allem größere) Unternehmen zur Eröffnung einer betriebseigenen Kita. Ist die Eröffnung eines Betriebskindergartens nicht möglich (z.B. aus Platzgründen), können Firmen in öffentlichen Kitas Platzkontingente erwerben.

Was ist der Geschwisterbonus?

Ein Kind, das bereits ein oder mehrere ältere Geschwister in einer Einrichtung hat, kann häufig vom Geschwisterbonus profitieren. Dann zahlen Eltern für jedes weitere Kind nur einen Teil der eigentlichen Betreuungskosten.

Welche Zusatzkosten können entstehen?

Zu den eigentlichen Betreuungskosten können im Kindergarten oder bei der Tagesmutter noch weitere Kosten entstehen, wie z.B. für Bastelzubehör, Ausflüge o.ä. Vor allem in Kindergärten finden häufig auch Angebote statt, die Eltern zusätzlich bezahlen müssen, wie z.B. Englisch, Kindersport oder Yoga. Einige Einrichtungen verfügen sogar über eine eigene Sauna, für die man häufig auch zusätzlich einen kleinen Obolus zahlen muss.

Christine lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in Berlin und meistert ihren turbulenten Alltag mit guter Organisation und viel Liebe.