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Haus absichern Wohnung Garten Sicherheit

Leben mit Baby: Haus und Wohnung kindersicher machen

Der Wonneproppen kann noch nicht mal laufen und schon rumort es im Kopf: Wie sicher ist die Wohnung bzw. das Haus? Was könnte Junior in die Finger kriegen, wovon soll er selbige lassen und was kannst du alles tun, um entspannt zu sein in Bezug auf die häusliche Sicherheit deines Nachwuchses? Vorsicht ist hier auf jeden Fall besser als Nachsicht, denn vor allem Babys und Kleinkinder können potenzielle Gefahrenherde noch gar nicht einschätzen und sich dementsprechend vorsichtig verhalten. Inzwischen gibt es zum Glück eine Vielzahl absichernder Maßnahmen in und rum um Wohnung oder Haus.

Typische heimische Gefahrenherde für Babys und Kleinkinder

Du kennst das vielleicht noch von dir selbst oder jüngeren Geschwistern bzw. anderen Kindern: Babys und Kleinkinder sind intuitiv unvoreingenommen und schlichtweg neugierig, was das Entdecken ihrer Umgebung betrifft. Drehen, krabbeln, hochziehen, laufen … das ist alles unglaublich niedlich zu beobachten. Die wachsende Mobilität deines Kindes birgt aber auch etliche kleinere und größere Gefahren in sich. In fast 50 % aller häuslichen Unfälle sind Kinder involviert, darunter sind Stürze, Verbrennungen und Zusammenstöße. Von der Herdplatte bis zur Treppe, von Schubladen und Schranktüren bis zu Steckdosen und Media-Geräten – so schnell kannst du als Mutter oft gar nicht gucken, wie dein Nachwuchs auf seiner Entdeckungstour durch Wohnung, Haus oder Garten in brenzlige Situationen geraten kann.

Die Erfahrung sowie zig sinnvolle und innovative Erfindungen im Bereich Kindersicherheit machen es inzwischen immer leichter, das Zuhause möglichst unfallsicher zu präparieren. Aber welches sind überhaupt die häufigsten Gefahrenquellen für Kleinkinder? Wo vorausschauende, koordinierte Erwachsene seltener anecken oder stolpern, passiert es sehr häufig, dass kippelige Schränke und Stühle, nicht fixierte Teppiche oder ungesicherte Fenster für Kinder zur Gefahr werden.

Unser Tipp: Versuche einmal, euer Zuhause mit den Augen deines Kindes bzw. aus dessen Perspektive zu betrachten. Dazu am besten sogar mal auf den Boden legen oder in die Hocke gehen und überlegen, was für ein Baby bzw. kleines Kind aus dieser Sicht sehr aufregend/reizvoll sein könnte.

Rundum sicher innerhalb der heimischen vier Wände

In erster Instanz – und das hilft nicht nur deinem Kind, sondern allen Mitbewohnern – gilt: Rauchmelder anbringen, mindestens im Kinderzimmer, besser noch in allem Wohnräumen. Außerdem: Lass dein Baby/(Klein-)Kind nie völlig unbeaufsichtigt, egal, wie alt es ist.

Allgemein

  • Alle fürs Kind erreichbaren Steckdosen (bis ca. 1,50 m Höhe vom Boden aus) sichern (verhindert Stromschlag durch hineingreifen o. hineingesteckte Gegenstände)
  • Sämtliche Elektrokabel unerreichbar verwahren (Stolperfalle, strangulieren/einklemmen, „Kaugerät“); gilt auch für alle Schnüre, Kordeln, Bänder, Gürtel
  • Möbel in der gesamten Wohnung kippsicher machen (alles, was für dein Kind erreichbar ist, z. B. Regale, Schränke), z. B. an der Wand fixieren bzw. nur kippsichere Stühle etc. kaufen (beim Kauf auf CE- und/oder CG-Zeichen achten – Prüfzeichen bzgl. Sicherheitsstandard)
  • Kanten polstern (selber basteln mit Schaumstoff o. ä. oder fertigen Kantenschutz kaufen, z. B. Baumarkt oder Ikea)
  • Ordnung halten in allen Räumen; Teppiche am Untergrund fixieren (Stolperfallen vermeiden)
  • Fenster in allen Räumen sichern
  • Klemmschutz für Türen anbringen
  • Treppen sichern mit Schutzgitter; immer ein Auge aufs Kind haben, wenn es in der Nähe einer Treppe ist
  • Keine giftigen Pflanzen in der Wohnung/in Reichweite des Kindes aufstellen
  • Arbeitsräume (Keller, Abstellkammer, Wäscheraum etc.) abschließen oder unzugänglich machen

Kinderzimmer

  • Baby-/Kinderbett:
    • kein zu weiches, dickes Bettzeug, keine Kissen, Decken, Felle, Spielzeuge (Erstickungsgefahr)
    • Matratze entsprechend Alter/Größe des Kindes niedriger setzen und (falls vorhanden) Einstieg ins Bett verschließen vor dem Verlassen des Zimmers (um Herausklettern/Fallen zu vermeiden)
    • Je älter und mobiler das Kind: Hängende Spielzeuge entfernen
  • Wickeltisch:
    • Immer beim Kind bleiben, nicht unbeaufsichtigt lassen (Gefahr des Herunterfallens bei strampeln, drehen, krabbeln)
  • Sonstiges:
    • Nachtlicht anbringen (optische Orientierung, wenn etwas ältere Kinder doch mal aus dem Bett krabbeln)
    • Spielzeug überprüfen (lockere kleine Einzelteile, altersgerechtes Spielzeug, chemisch behandelte/giftige Inhaltsstoffe im Kuscheltier/Spielzeug ausschließen (wg. draufbeißen, anknabbern, anfassen)
    • Babyfon nutzen für Schlafphasen

Wohn-/Esszimmer, Schlafzimmer

  • Siehe auch unter „Allgemein“
  • Verstreute kleinteilige Spielsachen (z. B. von älteren Geschwistern) wegräumen (Erstickungsgefahr)
  • Tischdecke weglassen (Kind könnte sie mit samt Dinge obenauf herunterziehen)
  • Erreichbare Oberflächen so leer wie möglich/aufgeräumt halten
  • Beim Essen: altersgerechtes, ungefährliches Kinderbesteck benutzen (bei älteren Kindern)
  • Sicherheitsgurte des Hochstuhls auf Sicherheit überprüfen Kind nicht unbeaufsichtigt darin lassen (Erstickungsgefahr, hängenbleiben)

Küche

  • Herdschutzgitter anbringen (Kind kann dann nicht auf die Herdplatten fassen)
  • Heiße Flüssigkeiten außer Reichweite halten (Wasserkocher, Kaffeemaschine, Herd, Tassen mit Inhalt)
  • Vor allem Schubladen/Schränke sichern, die Besteck oder scharfe Küchenutensilien enthalten
  • Plastiktüten wegpacken (Erstickungsgefahr)
  • Putzmittel, Medikamente, Zigaretten gesichert aufbewahren (Vergiftungsgefahr)

Bad

  • Antirutschmatten einsetzen in der Nasszelle (sonst Rutschgefahr)
  • Volle Badewanne/Wasserhähne nicht unbeaufsichtigt lassen
  • Beim Baden des Kindes immer anwesend sein (egal, wie wenig Wasser drin ist)
  • Putzmittel, Medikamente, Zigaretten etc. gesichert aufbewahren (Vergiftungsgefahr)

Sicherheit für den Nachwuchs rund ums Haus

Garten

  • Kindersicherer Zaun ums Grundstück (weglaufen/wegkrabbeln/einklemmen im Zaun verhindern)
  • Gartenteich/Pool einzäunen (Gefahr durch Ertrinken)
  • Giftige Pflanzen außer Reichweite halten
  • Dünger etc. wegschließen (Vergiftungsgefahr)
  • Scharfe, schwere Gartengeräte wegschließen

Balkon

  • Balkongeländer kindersicher präparieren (durchrutschen/fallen verhindern)
  • Keine Möbel in der Nähe des Geländers (hoch/drüber krabbeln vermeiden)
  • Giftige Pflanzen außer Reichweite halten
  • Dünger etc. wegschließen (Vergiftungsgefahr)
  • Scharfe, schwere Gartengeräte wegschließen

Wichtig: Kommuniziere mit deinem Nachwuchs. Selbst sehr kleine Kinder ab ca. einem Jahr verstehen schon ein gewisses Maß an verbaler Kommunikation – ein ernstes, ruhiges „Nein“, wenn etwas nicht angefasst oder benutzt werden soll, verstehen Kinder schon sehr früh … deine Stimmung, der Tonfall und dein Gesichtsausdruck transportieren hier eine deutliche Botschaft. Dafür muss nicht geschrien oder gedroht werden, das macht nur Angst und verunsichert auf Seiten des Kindes, dadurch können fahrige und schreckhafte Bewegungen sogar noch verstärkt werden. Vermittle Grenzen und Tabus klar und dennoch liebevoll.

Ein ganz praktischer Tipp: ABS-Antirutsch-Socken verhindern das Rutschen auf glatten Bodenflächen UND helfen schon im Krabbelstadium beim Krabbeln/Abstoßen!

Noch ein grundlegender Tipp: Besuche auf jeden Fall vor der Geburt bzw. spätestens kurz danach einen speziellen Baby-Erste-Hilfe-Kurs. So bist du auf unvorhergesehene Dinge vorbereitet und kannst bei Bedarf Erste Hilfe leisten.