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Zähne kommen Milchzähne

Mein Baby zahnt: Was muss ich wissen & wie kann ich helfen?

Das erste breite Lächeln, das erste Mal das Köpfchen heben, die erste Drehung vom Rücken auf den Bauch, die ersten Wort-Brabbler … so viele Premieren im Leben deines Babys, die einfach nur schön sind – das Mutter-Herz hüpft, das Kind strahlt. Das Zahnen gehört eher nicht zu den Erlebnissen, die ausschließlich freudestrahlend begrüßt werden und doch bedeuten die ersten Zähnchen einen großen Meilenstein in der Entwicklung des Nachwuchses. Feste Nahrung ist fast schon zum Greifen nah – wenn es nicht oft so unangenehm wäre, wenn das Baby zahnt. Fragen, die sich Eltern oft schon lange vorher stellen: Wie merke ich überhaupt, dass es losgeht mit dem Zahnen? Wann ist es in der Regel überhaupt soweit? Und vor allem – was kann ich tun, damit es nicht so unangenehm ist für das Kleine?

Zeitpunkt: Wann kommen die ersten Zähne?

So wertvoll, einzigartig und wundervoll sie sind, die ersten Wochen und Monate mit deinem Nachwuchs, der typische Neugeborenen-Duft, die winzigen Finger und Zehen, jedes kleine Glucksen … so gespannt bist du bestimmt auch auf alle weiteren kleinen und großen Entwicklungssprünge deines Babys. Die ersten Zähne sind da auf jeden Fall ein Riesenschritt, der – so hört man zumindest immer wieder von anderen Eltern – auch mal ganz schön anstrengend sein kann. Mit dem Begriff Zahnen ist der gesamte Vorgang gemeint, während dessen Stück für Stück die Milchzähne im Kiefer deines Kindes vorrücken, bis sie schließlich sicht- und nutzbar werden. Dabei fühlt sich das für jedes Kind individuell unterschiedlich an. Die einen merken fast gar nichts und schwupps, blinzeln die ersten Zähnchen durch. Bei anderen ist der Prozess deutlich unangenehmer, einige Kinder haben sogar ziemliche Schmerzen, wenn die kleinen weißen Dinger endlich im Anmarsch sind.

Die Milchzähne sind schon vor der Geburt im Kieferknochen angelegt – ungefähr ab dem 6. bis 7. Lebensmonat machen sie sich dann langsam nach außen bemerkbar. Den Anfang bilden dabei meistens die vorderen mittleren Schneidezähne im Unterkiefer. Weiter geht es ca. ab dem 8. bis zum 12. Monat mit den oberen beiden sowie jeweils oben und unten mit den seitlichen Schneidezähnen. Stück für Stück bahnen sich dann auch die restlichen Milchzähne den Weg, dies dauert ungefähr, bis dein Kind zwei bis zweieinhalb Jahre alt ist. Dann sind auch die ganz hinteren Backenzähne endlich da. Bis zum 30. Lebensmonat ist das Milchgebiss deines Kindes in der Regel komplett mit insgesamt 20 Zähnen.

Anzeichen: Wie merke ich, dass es gerade ums Zahnen geht?

Auf den Monat festlegen sollest du dich allerdings nicht auf die zuvor genannten Zeiträume – diese sind lediglich ungefähre Richtwerte. So kann es mit dem Durchkommen der ersten Zähne auch schon mal ab dem vierten Monat losgehen oder auch erst einige Monate später. Ein Tipp: Wenn sich bis zum ersten Geburtstag noch gar nichts tut in punkto Zähne, lieber mal dem Zahnarzt einen Besuch abstatten – nachsehen schadet ja nicht.

Die größte Unsicherheit für viele Eltern, wenn es um das Thema Zahnen geht, ist oft: Merke ich es denn, wenn mein Kind zahnt bzw. woher weiß ich, ob bestimmte Beschwerden nun vom Zahnen kommen oder von etwas anderem? Gar nicht so abwegig, diese Überlegung, denn gerade um die Zeit herum, wenn eigentlich die ersten Zähne anstehen, haben viele Babys auch ihre ersten Infektionen, da sind Fieber, Durchfall oder allgemeines Unwohlsein manchmal an der Tagesordnung, ohne dass die Zähne gerade Thema sind.

Gerade, wenn du zum ersten Mal Mutter bist, fällt die Deutung bestimmter Symptome zum Thema Zahnen vielleicht noch etwas schwerer – erfahrene Eltern erkennen da häufig schon recht intuitiv, ob es (mal wieder) die Zähne sind oder doch etwas anderes, dass Junior gerade quengeln lässt. Dass es weh tut oder zumindest unangenehm sein kann, wenn sich ein neuer Zahn seinen Weg durch das Zahnfleisch bahnt – kein Wunder. Umso wichtiger, so früh wie möglich zu erkennen, wann es losgeht und die Beschwerden dann so gut es geht zu lindern – eine Erleichterung für Kind und Eltern gleichermaßen.

Typische Anzeichen für das Zahnen (können einzeln, in Kombination und unterschiedlich stark auftreten):

  • Vermehrtes Herumkauen (auf Händen oder allen verfügbaren, greifbaren Gegenständen, z. B. Plastikplatte des Schnullers)
  • Lutschen, Beißen, Reiben am Zahnfleisch
  • Ohr/Backe reiben (an der Gesichtshälfte, an der ein Zahn kommt)
  • Geschwollenes und rotes Zahnfleisch
  • Verstärktes Sabbern (Speichel rinnt aus Mundwinkeln, evtl. wunder Mund)
  • Gerötete und heiße Wangen/Gesicht (evtl. auch Fieber)
  • Appetitlosigkeit (weniger Appetit als sonst)
  • Vermehrtes Quengeln, Schreien/Weinen
  • Unruhiger Schlaf (Schlaflosigkeit tags und nachts)
  • Unruhe und Rastlosigkeit
  • Größerer Wunsch nach Körperkontakt/Kuscheln/getragen werden

Symptome wie Fieber, Durchfall und ein wunder, roter Po können definitiv Anzeichen für einen neuen Zahnschub sein, aber auch auf einen Infekt hindeuten. Da beim Zahnen das Immunsystem deines Babys auch mal geschwächt ist, kann hier das eine das andere durchaus bedingen. Im Zweifelsfall frage gerne auch bei eurem Kinderarzt nach, falls du dir unsicher bist.

Hilfsmittel: Was kann ich tun, um es meinem Kind leichter zu machen?

So unruhig die Tage, Wochen und Monate rund ums Zahnen auch sein können, so bedeutsam ist diese Phase auch – besonders für dein Kind. Plötzlich Zähne zu haben, heißt schließlich auch: feste Nahrung ist in Sicht. Ein großer Schritt für den Nachwuchs und irgendwie auch für dich. Da ist einerseits eine größere Unabhängigkeit für Junior in Sicht … selbstständigeres Essen, eine immer größere Auswahl an Nahrungsmitteln. Andererseits heißt das auch mehr Abnabelung … vor allem, wenn du stillst und ihr somit eine neue Phase einläutet – weniger stillen, mehr feste Nahrung.

Natürlich gibt es auch konkrete Hilfsmittel für dein Kind, die die Durchstoßphasen neuer Zähne etwas erleichtern können:

  • Beißring (z. B. mit Wasser gefüllt, Kühlschrank-gekühlt; auf geprüfte Qualität/Schadstofffreiheit achten)
  • Kalter Waschlappen (gut auswringen, mehrfach täglich wechseln)
  • Schnuller (herumbeißen auf dem Zipfel kann Schmerzen lindern)
  • Flasche/Baby-Tasse mit gekühltem Wasser
  • Harte Lebensmittel (ab 6 Monaten; z. B. ungezuckerter Zwieback, Brot, Apfel, Karotte; Vorsicht vor Verschlucken und Karies-Gefahr durch zu viel Zucker in best. Lebensmitteln)
  • Kaltes Frucht-Püree/Naturjoghurt (wenn das Kind alt genug für feste Nahrung ist)
  • Bernsteinkette (Kette wird nicht gekaut – freigesetzte ätherische Öle sollen wohltuend durch die Haut wirken; muss für Babys geeignet sein/Baby-Fachhandel) –> Info: Bernsteinkette wird von vielen Kinderärzten abgelehnt wg. Gefahr der Strangulierung/Verschlucken einzelner Perlen; hier gut informieren und abwägen

Auch als Mutter kannst du deinem Nachwuchs aktiv helfen, wenn dein Baby zahnt und das mit einigen Maßnahmen, die Schmerzen oder allgemeines Unwohlsein ein bisschen lindern können:

  • Halstücher/Lätzchen; regelmäßig wechseln (sinnvoll v. a. bei kälterem Wetter, da Hals und Kleidung durch häufiges Sabbern oft nass/kalt werden)
  • Spezielle Baby-Pflegecreme für wunde Mundwinkel (durch Sabbern); Haut oft abwischen
  • Windeln häufiger wechseln, Hautschutz-Creme gegen wunden Po (Calendula/Ringelblumen-Extrakt)
  • Fußreflexzonen-Massage (sanftes Massieren der Zehenspitzen kann Schmerzen in den Zahnleisten lindern)
  • Zahnfleisch vorsichtig massieren, z. B. mit dosiert schmerzlinderndem Gel (mit sauberen Fingern oder Silikonfingerlingen/Apotheke; beobachten, ob dein Kind dies mag oder nicht)
  • Vermehrte Zuwendung, geduldiges und liebevolles Ablenken (z. B. Spielen, Singen, Kuscheln, Herumtragen, Spaziergänge)
  • Akupressur (z. B. Punkt Di 11/äußeres Ende Ellenbogenfalte beim Kind)
  • Ätherische Öle (z. B. Lavendel, Kamille, Nelke; von außen über Backe in Zahnleiste massieren)
  • Homöopathie, Bachblüten, Schüssler-Salze (Globuli mobilisieren Selbstheilungskräfte; Info über Arzt, Hebamme, Heilpraktiker)
  • Paracetamol oder Ibuprofen (geringe Mengen möglich ab Alter von drei Monaten; vorher mit Arzt besprechen)
  • Fieber-/Schmerz-Zäpfchen (für ganz schwere Tage/Nächte; in Absprache mit Arzt)

Bei aller gespannten Aufregung über die ersten Zähnchen und Entspannungsmaßnahmen fürs Kind nicht vergessen: Ab dem ersten Zahn ist regelmäßige Zahnpflege angesagt. Das geht anfänglich gut mit Wattestäbchen, Tuch oder Fingerzahnbürste – weitere Maßnahmen am besten vom Kinder- bzw. Zahnarzt erklären lassen … damit Junior dann irgendwann auch mal kraftvoll zubeißen kann.

Unser Tipp: Auf jeden Fall ein paar schöne Erinnerungs-Fotos vom allerersten Zähnchen machen und ab ins Babyalbum damit – als ewige Erinnerung an diesen großen Meilenstein!