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Babybrei Homemade selbstgekocht Brei Gläschen

Rezepte für hausgemachte Babynahrung

Alete, Hipp und Co. – Babynahrung aus dem Glas oder als Brei-Pulver zum zusammenmischen … die Klassiker aus Supermarkt und Drogerie kennst du sicherlich. Keine Frage: Hier hat sich viel getan in den letzten Jahren, die Auswahl wird immer größer, die Zutaten werden immer mehr „Bio“. Auch aufgrund strenger Lebensmittelkontrollen gerade im Bereich Babynahrung ist der Griff zur Gläschen-Nahrung eine sichere und vor allem praktische Option. Und trotzdem: Du willst mehr? Natürlicher? Hausgemachter? Wir geben Impulse für selbstgemachte Babynahrung.

Der Trend geht immer mehr hin bzw. zurück zu Bio und hausgemacht, wenn es ums Thema Ernährung geht. Wer für sich selbst bewusst einkauft, kocht und isst, der achtet beim Nachwuchs ganz besonders darauf, was auf den Teller bzw. in den Brei kommt. Wenn auch du dich entschieden hast, das Essen für dein Baby ganz oder zumindest teilweise selbst herzustellen, gilt der erste Blick den Lebensmitteln, die Kinder im Baby- oder Kleinkindalter nicht essen dürfen oder sollen. So verträgt die noch sehr delikate und empfindliche kindliche Verdauung bei weitem nicht alles, was wir Erwachsenen ganz selbstverständlich zu uns nehmen. Vor allem ein wunder, schmerzender Po kann sonst die unangenehme Folge sein für Babys und Kleinkinder.

Tabu-Zutaten für selbstgemachte Babynahrung:

  • Rohe Lebensmittel (z. B. Salami, Käse, rohe Eier)
  • Schwer Verdauliches (z. B. Rot- und Weißkohl, Linsen)
  • Milchprodukte -> zu hoher Eiweißgehalt (Joghurt, Dickmilch, Quark; Kuhmilch nur zur Brei-Zubereitung, sonst zu viel Eiweiß, dafür zu wenig Jod und Eisen)
  • Säurehaltige Lebensmittel (z. B. bestimmte Fruchtsäfte, Zitrusfrüchte, Beeren, Paprika, Tomaten)
  • Zuckerhaltige Lebensmittel (z. B. ungeschälter Reis, Nudeln, Kartoffelklöße, Beeren)

Empfehlenswerte Zutaten für selbstgemachte Babynahrung:

  • Gemüse (z. B. Pastinaken, Karotten, Fenchel, Kürbis, Zucchini, Brokkoli, Blumenkohl, Spinat)
  • Kartoffeln, Süßkartoffeln
  • Relativ spät einführen: Reis (nur geschält), Nudeln
  • Fleisch (mager; z. B. beginnen mit Huhn, dann schrittweise bspw. Rind, Schwein, Lamm)
  • Getreide (zu Beginn als Flocken/Pulver, gerne Vollkorn; z. B. Hafer, Grünkern, Dinkel, Hirse)
  • Obst (säurearm und am besten Bio; z. B. Birne, Apfel, Blaubeeren (keine klassische Beere, daher ok), in Maßen Banane, Pfirsich/Aprikose (ab ca. 7. Monat); ab festerem Stuhlgang auch – in Maßen – Pflaume)

Ab wann kann ich was füttern?

Ob du ab der Geburt deines Kindes stillst oder mit der Flasche fütterst oder beides – in den ersten Lebensmonaten gibt es außer der Mutter- oder spezieller Säuglingsmilch keine weiteren Lebensmittel auf Babys Speisekarte. Ab dem 5.-6. Lebensmonat kannst du langsam versuchen, weiche und leicht verdauliche Beikost zuzufüttern. Zu diesem Zeitpunkt steigt vor allem der Eisenbedarf deines Kindes, den kann die Muttermilch bzw. Flaschenmilch dann nicht mehr ausreichend abdecken. Bis zu diesem Alter solltest du aber auf jeden Fall warten mit dem Zufüttern. Denn erst jetzt ist Babys Immun- und Verdauungssystem so weit ausgereift, dass es z. B. eine eventuelle Infektion durch Lebensmittel oder auch eine mögliche allergische Reaktion auf eine bestimmte Zutat deutlich besser wegstecken kann. Ist dein Kind besonders allergiegefährdet? Dann stille – wenn möglich – mindestens die ersten vier Monate voll durch.

Unser Tipp: Einer möglicherweise später auftretenden Zöliakie (Gluten-Allergie oder, schwächer ausgeprägt, Glutenunverträglichkeit) kannst du eventuell vorbeugen, indem du glutenhaltige Beikost schrittweise und in kleinen Mengen in Babys Speiseplan einbaust (schon ab dem 4. Lebensmonat möglich).

Angefangen wird beim Zufüttern oft eher „deftig“, bspw. mit ein wenig Fleisch, Kartoffeln und Gemüse. Damit kannst du eine erste reguläre Milchmahlzeit (Stillen oder Flasche) ersetzen. Empfohlen wird häufig, im ersten Monat der Zufütterung pro Woche eine neue Gemüsesorte hinzuzufügen. In der ersten Woche darf es ruhig nur Gemüse sein, in der zweiten können z. B. Kartoffeln dazukommen, in der dritten dann Fleisch … so gewöhnst du deinen Sprössling behutsam an die neue Ernährungsweise. Nach ca. 4 Wochen kannst du eine weitere Milchmahlzeit durch Brei mit Getreide und Obst (milchfrei!) ersetzen. Die übrigen Still- oder Flaschen-Mahlzeiten werden erst mal wie gehabt beibehalten.

Der erste Schritt: herzhaft und nahrhaft

Simpel und gehaltvoll und trotzdem leicht und gut verdaulich – nachfolgend findest du einige Ideen für selbstgemachte Gerichte in der ersten Phase des Zufütterns:

Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei
(Lieferant für Eisen, Zink, essentielle Fettsäuren und Vitamine)

Zutaten:

  • 20-30 g mageres Fleisch (Schwein, Rind, Geflügel oder Lamm)
  • 90-100 g Gemüse (Karotten, Zucchini, Blumenkohl oder Brokkoli)
  • 40-60 g Kartoffeln
  • 15-20 ml Vitamin-C-reicher Obstsaft (kein O-Saft, wenig Säure!)
  • 8-10 ml Pflanzenöl (Rapsöl)

Zubereitung:

  1. Das Fleisch in wenig Wasser weich, schneide es klein und püriere es.
  2. Das Gemüse gut waschen, klein schneiden und zusammen mit den geschälten und zerkleinerten Kartoffeln in wenig Wasser oder der Fleischbrühe weichdünsten.
  3. Nun das pürierte Fleisch hinzugeben und das Ganze einmal aufkochen lassen.
  4. Anschließend den Obstsaft dazu gießen und alles nochmals pürieren.
  5. Zum Schluss das Pflanzenöl unterrühren.

Babybrei mit Avocado und Zucchini
(ab dem 5. Monat; vegetarisch, reich an ungesättigten Fettsäuren, kein zusätzliches Rapsöl nötig)

Zutaten:

  • 100 g Zucchini
  • 50 g gekochter Reis (ca. 25 g roher Reis)
  • 1/4 Avocado
  • 1 EL Hirseflocken
  • 3 EL Apfelsaft

Zubereitung:

  1. Die Zucchini waschen und in kleine Würfel schneiden.
  2. Mit 50-60 ml Wasser in einen kleinen Topf geben und etwa 7-8 Minuten leicht kochen lassen.
  3. Dann die Hirseflocken und den Reis dazu geben und noch einmal aufkochen lassen und weitere 2-3 Minuten quellen lassen.
  4. Anschließend das Fruchtfleisch von 1/4 Avocado in kleine Würfel schneiden, zusammen mit dem Apfelsaft dazu geben und pürieren.
  5. Ist der Brei noch zu fest, könnt ihr einfach noch etwas Wasser dazu geben.

Gemüse-Kartoffel-Getreide-Brei
(frühestens ab dem 6. Monat; vegetarisch, reich an Eisen durch Verwendung von Vollkorngetreide und Gemüse wie Fenchel, Zucchini)

Zutaten:

  • 100 g Gemüse (Karotten, Pastinaken, Fenchel, Zucchini oder Brokkoli)
  • 50 g Kartoffeln
  • 10 g Haferflocken oder Hirse
  • 30 g O-Saft
  • 20 g Wasser
  • 1 EL Öl

Zubereitung:

  1. Gemüse mit Kartoffeln in wenig Wasser (ohne Salz!) weichkochen.
  2. Haferflocken oder Hirse hinzufügen.
  3. Mit Saft und Wasser pürieren, Öl unterrühren.

Weiter geht’s: Getreide und Obst

Im zweiten Schritt der Gewöhnung an festere Nahrung kommen nun Getreide, Obst und Milch (nur zum Brei kochen) mit ins Spiel. Nachfolgend auch hier wieder einige Rezeptideen zum nachkochen:

Milch-Getreide-Brei
(Lieferant für wichtige Mineralstoffe und B-Vitamine)

Zutaten:

  • 200 ml Vollmilch (mit 3,5 Prozent Fett) oder Säuglingsmilch
  • 20 g Vollkorn-Getreideflocken (z.B. Haferflocken oder Grieß)
  • 20 ml Obstsaft oder Obstpüree (reich an Vitamin C)

Zubereitung:

  1. Die Vollkorn-Getreideflocken in der Vollmilch aufkochen oder nach Packungsanweisung in die Milch einrühren.
  2. Falls du den Brei mit Säuglingsmilch anrührst: Das Getreide in heißes Wasser einrühren bzw. mit dem Wasser aufkochen.
  3. Nach dem Abkühlen die gewohnte Menge des Säuglingsmilchpulvers einrühren.
  4. Anschließend den Obstsaft oder das Obstpüree untermischen.

Getreide-Obst-Brei

Zutaten:

  • 20g Vollkorn-Getreideflocken, Schmelzflocken oder Grieß (z. B. Hafer, Dinkel, Weizen oder Hirse)
  • 90 g Wasser
  • 100 g Obstpüree (z. B. aus Apfel, Pfirsich, Birne oder Banane)
  • 1 EL Öl oder 5 g Butter

Zubereitung:

  1. Getreide mit Wasser aufkochen.
  2. Obstpüree zusammen mit Öl oder Butter unterrühren.

Generell gilt:

  • Brei sollte aus so wenigen Zutaten wie möglich bestehen
  • Zusätze wie Zucker und Aromen sind unnötig; statt Milch kann Wasser verwendet werden
  • Achte bei der Zubereitung auf die Sauberkeit der Küchengeräte
  • Verbrauche frischen Brei innerhalb eines Tages (sonst portionsweise einfrieren)
  • Behälter zum Einfrieren vorher mit heißem Wasser ausspülen (oder auskochen)