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junge mit Schnuller blauen Augen Nuckel

Schluss mit dem Schnuller – Abgewöhnen leichter gemacht

Den Schnuller geben … mit dem Schnuller gar nicht erst anfangen … viele Meinungen, etliche Vor- und Nachteile auf beiden Seiten zu diesem Thema. Falls du diese Form der Beruhigung für dein Kind auch erwägst oder der Schnuller bei euch schon zum Alltag gehört, stellt sich irgendwann auch die Frage: Wann ist der richtige Moment zum Abgewöhnen? Und vor allem: Wie klappt es am besten mit der Entwöhnung vom Schnuller?

Schnuller hin, Schnuller her – Abgewöhnen ist nicht schwer?! Ja, wenn es wirklich so einfach wäre. Mamas und Papas im ganzen Land versuchen so ziemlich alles, um dem Nachwuchs den handlichen Beruhigungsnuckel beizeiten abzugewöhnen – doch was funktioniert wirklich? Gibt es ein Zaubermittel? Ein paar sichere Tricks? Nachfolgend dreht sich alles um das Thema „Schnuller abgewöhnen“.

Warum überhaupt den Schnuller abgewöhnen?

Nuckel, Schnuller, Dudu … der praktische Tröster für die kleinen Wonneproppen hat viele Namen und ein Ziel – er beruhigt. Bei Müdigkeit, in fremder Umgebung, im Auto, zum Einschlafen oder einfach so: Der Schnuller ist in aller Munde, im wahrsten Sinne des Wortes. Viele Babys und Kleinkinder gewöhnen sich schnell an ihn und wollen ihn umso schwerer wieder abgeben.

Kein Wunder, denn das Saugbedürfnis ist angeboren, jedes Kind hat es. Vielleicht hast du deinen Nachwuchs sogar schon auf einigen Ultraschallbildern am Daumen nuckeln sehen, denn bereits im Mutterleib ist dieser Impuls vorhanden. Und spätestens beim Stillen genauso wie beim Flasche geben wird klar: Das Saugen lässt Junior zur Ruhe kommen, macht zufrieden und schläfrig und – (in Kombination mit (Mutter-)Milch – außerdem noch satt.

Natürlich ist Mamas Brust oder auch die Flasche nicht immer verfügbar und gegessen werden kann schließlich auch nicht ständig. In den ersten zwei Lebensjahren ist es daher auch in Ordnung, hin und wieder auf den Schnuller als zusätzliches Hilfsmittel zur Beruhigung zurückzugreifen und auch für die Zahngesundheit deines Kindes ist der Nucki-Einsatz in dieser Zeit noch unbedenklich.

Trotzdem wichtig: Gib deinem Nachwuchs den Schnuller nie im Dauergebrauch. Wenn du den Nuckel bei jeder Gelegenheit aus lauter „Bequemlichkeit“ anbietest, damit dein Kind sich beruhigt oder etwas „zu tun“ hat, ist einerseits der beruhigende Effekt irgendwann abgenutzt und andererseits fällt die Entwöhnung später umso schwerer. Der Schnuller sollte also nie den gleichen Stellenwert wie das Lieblingskuscheltier oder das Schnuffeltuch haben, sondern nur dann herausgeholt werden, wenn es wirklich gar nicht anders geht.

In welchem Alter sollte die Abgewöhnung stattfinden und warum?

Die Zähne sind das wichtigste Argument von Zahnärzten und Kieferorthopäden, um sich vom Schnuller zu verabschieden. Zahnfehlstellung ist hier das entscheidende Stichwort. Nach Einschätzung und Empfehlung von Experten sollte die Schnuller-Entwöhnung nicht vor dem achten Lebensmonat, aber noch vor dem dritten Geburtstag des Nachwuchses stattfinden. Ist der Schnuller zu lange und intensiv im Einsatz, kann es zu einem sogenannten offenen Biss kommen, dabei werden die Schneidezähne von Ober- und Unterkiefer immer weiter auseinander und nach vorne gedrängt. Die Folge: Dein Kind kann beim Essen nicht mehr richtig abbeißen und kauen. Aufpassen: Die Verformung der angestrebten Stellung der Schneidezähne findet ganz unabhängig vom Fabrikat bzw. der Form eines Schnullers statt. Trotzdem gibt es einige Modelle, die eher zu empfehlen sind als andere. Achte beim Kauf auf einen „kiefergerecht geformten Beruhigungssauger“ – dieser sollte einen abgeflachten Saugteil haben, also nicht meist übliche kugelige Kirsch- bzw. Tropfenform.

Generell gilt: Erst mal keine Panik vor dem Thema Zahnfehlstellung bzw. Verformung des Gebisses. Diese findet nicht automatisch in Folge von Schnuller-Nutzung oder Daumen lutschen statt, beides macht Fehlstellungen aber sehr viel wahrscheinlicher. Bitte vorbeugen: Auch, wenn bei deinem Kind im Milchgebiss bereits einige Zähne leicht schief stehen, solltest du die Entwöhnung durchziehen, denn sobald der Schnuller einmal ganz weg ist, kann sich der offene Biss in diesem Alter noch von ganz alleine schließen. Je später der Schnuller wegfällt, desto eher müsst ihr vielleicht mit einer Zahnspange nachhelfen – nervig und unangenehm vor allem für dein Kind und im Grunde unnötig, wenn du mit dem Abgewöhnen frühzeitig anfängst.

Weitere Gründe zur eher früheren als späteren Entwöhnung: Die Sprachentwicklung, also die Lautbildung, ist wesentlich einfacher ohne Nucki-Dauereinsatz, denn gerade bei den Zischlauten (S und Z) ist der Schnuller im Mund ein echtes Hindernis. Dazu kommt eine vermehrte Mundatmung, dadurch steigt folglich das Karies-Risiko und auch Erkältungskrankheiten und Mittelohrentzündungen treten wesentlich häufiger auf.

Ganz praktisch: Ca. um das dritte Lebensjahr deines Sprösslings herum lässt das ursprüngliche Saugbedürfnis ganz allmählich von alleine nach – eine Entwöhnung von Schnuller oder Daumen wird dann also auch leichter. Trotzdem solltest du – nach Expertenmeinung – schon vor dem dritten Geburtstag mit dem Abgewöhnen anfangen. Der Schnuller wird auch bei der U6- und U7-Untersuchung (1. und 2. Geburtstag) angesprochen, gerne kannst du auch dann schon langsam mit der Entwöhnungsphase beginnen – wenn Junior das mitmacht.

Die Entwöhnung gilt übrigens nicht nur für den Schnuller, sondern genauso fürs Daumenlutschen. Und – der Schnuller ist allemal besser als der Daumen, dieser lässt sich nämlich sehr viel schwerer abgewöhnen bzw. „unterbinden“ und ist dazu noch schlechter fürs Gebiss.

Tipps und Tricks zum sanften Abgewöhnen

  • Entspannt und ruhig bleiben – nicht unter Druck setzen (lassen) oder unsicher werden
  • Sei dir entspannt bewusst darüber, dass dein Baby sowohl einige Tage vor als auch nach dem ursprünglich berechneten Zeitpunkt zur Welt kommen kann – und dass beides völlig normal ist (bei spezifischen Beschwerden/Unregelmäßigkeiten natürlich an Arzt/Hebamme wenden)
  • Organisiere dich rechtzeitig während der Schwangerschaft und warte mit diversen Vorbereitungen nicht bis „Kurz vor knapp“, damit du dich beim Einsetzen der Wehen nicht überrumpelt fühlst (Planung: Geburtsvorbereitungskurs, Kinderzimmer einrichten, Elternzeit-Vertretung klären/Übergabe im Job, sonstige offene To-dos bearbeiten etc.)

Sinnvoll, also tatsächlich notwendig ist die Entwöhnung vom Schnuller auf jeden Fall. Aber einfach? Die Realität sieht oft anders aus. Aber welche Methode der Entwöhnung funktioniert am besten? Der kalte Entzug? Eine stufenweise Abgewöhnung? Das ist auf jeden Fall von Kind zu Kind und je nach Alter unterschiedlich, hier heißt es ausprobieren.

Eins vorweg: Bitte den Schnuller nicht einfach klammheimlich ganz plötzlich weglassen. Durch den hohen Beruhigungseffekt hat der Schnuller auch einen ebenso hohen und damit wichtigen Stellenwert für dein Kind. Diesen gilt es als Elternteil erst einmal zu erkennen und respektieren. Gehe diesen ersten großen Abschied bzw. Verzicht aus Sicht deines Kindes langsam und behutsam an, so dass dein Nachwuchs in gewisser Weise auch mitentscheiden kann. Ganz wichtig dabei: Dein Kind sollte in dieser Phase keinen zusätzlichen Belastungen oder Stressfaktoren ausgesetzt sein (bspw. Kita-Wechsel, neues Geschwisterchen, Trennung der Eltern etc.). Nimm die Bedürfnisse deines Nachwuchses ernst und übergehe diese nicht einfach – selbst für uns Erwachsenen ist die Trennung von scheinbar trivialen Alltagsgegenständen oft sehr viel schwerer als gedacht. Auch ein kleines Kind sollte daher Raum und Zeit für die Abnabelung von einem vertrauten Gegenstand erhalten.

Einen absolut sicheren Geheimtipp zur Schnuller-Entwöhnung gibt es wahrscheinlich nicht, was aber die meisten Mütter bzw. Eltern oft schon ganz intuitiv machen: Ab einem gewissen Zeitpunkt kommt der Schnuller nur noch beim Einschlafen oder im Krankheitsfall zum Einsatz, ansonsten/tagsüber verschwindet er von der Bildfläche, wenn das Kind sowieso abgelenkt und beschäftigt ist. Das hilft schon mal ganz gut.

Und sonst? Die folgenden Tipps & Tricks zum Schnuller abgewöhnen mal auszuprobieren lohnt sich auf jeden Fall:

Entwöhnung bei Babys:

  • Ersetze den Schnuller durch einen Kau-/Beißring oder anderes geeignetes Spielzeug

Entwöhnung bei etwas älteren Kleinkindern:

  • Schrittweiser Abschied (falls dein Kind schon etwas älter ist, kann es über die abnehmende Häufigkeit der Schnuller-Nutzung mitentscheiden – lass die Abstände dann immer größer werden; dazwischen wird der Nucki z. B. in einer kleinen Schatzkiste abgelegt)
  • Schnuller-Fee (die Fee „holt“ den Schnuller, dafür gibt es ein kleines Geschenk fürs tapfere Abgeben)
  • Schnuller-Baum (alle Schnuller werden an einen Baum gehängt, z. B. im Garten; am nächsten Tag hängt am Baum ein kleines Päckchen)
  • Schnuller-Fest (es wird gefeiert, dass dein Kind kein Baby mehr ist und sich von seinen Schnullern trennt; gefeiert wird z.B. mit der Familie oder engen Freunden)
  • Schnuller-Versand (alle Schnuller kommen in ein Päckchen und werden zusammen zur Post gebracht, der Empfänger ist z.B. die Oma; zurück kommt ein Päckchen mit einer kleinen Überraschung)
  • Schnuller zum Arzt (manche Kinderärzte nehmen die Schnuller entgegen und überreichen dafür ein kleines Geschenk – einfach mal nachfragen)
  • Gemeinsames Lesen (es gibt inzwischen viele Bücher als tolle Beispiele zum Thema; abends vorm Schlafen gehen gemeinsam lesen und darüber sprechen, dann zusammen umsetzen)
  • Sprechen ohne Schnuller („Überhöre“ dein Kind, wenn es mit Schnuller im Mund spricht/nuschelt; mache klar, dass „mit vollem Mund“ nicht gesprochen werden sollte)
  • Ein Schnuller reicht (vermeide eine Vielzahl an Schnullern, griffbereit in der Wohnung verteilt)

Im besten Fall gibt dein Kind seinen Schnuller irgendwann ganz von alleine ab, verliert also das Interesse daran. Toll, wenn es so klappt, aber endlos darauf warten solltest du – alleine aus den eingangs genannten Gründen – auf keinen Fall. Wappne dich mit ausreichend Geduld, Verständnis und Einfühlungsvermögen und probiere verschiedene Methoden aus, dann steht dem Übergang zum „großen Kind“ bald nichts mehr im Wege.