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Schwangerschaftsübelkeit: Hilfreiche Tipps und Hausmittel

Wir reden gar nicht lange drum herum: Schwangerschaftsübelkeit – ein nicht wirklich begeisterndes Thema, meist während des ersten Trimesters, für viele Schwangere aber auch eine Realität, die sich teilweise sogar über mehrere Monate so zäh dahinzieht wie ein alter Kaugummi. Wir verraten jetzt schon: Es gibt Tipps und Tricks, die helfen können! Da gibt es tatsächlich so einige sanfte Empfehlungen und Hausmittel, die im besten Fall schnell Linderung verschaffen.

Gehörst du auch zu den werdenden Müttern, deren körperliches Befinden in Sachen Übelkeit gerade Achterbahn fährt und das vielleicht sogar schon wesentlich länger als nur die ersten Wochen deiner Schwangerschaft? Ist dir nach dem Aufwachen einfach ein bisschen flau oder dreht dein Magen durchgängig Loopings, vor allem bei bestimmten Gerüchen? Oder willst du dich einfach schon weit im Voraus informieren und wappnen für eventuelle Übelkeitsmomente? Nachfolgend findest du einige praktische, erprobte, überraschende, aber auch altbewährte Tipps gegen das unliebsame Bauchgrummeln:

Warum übel, warum ich?

Ausgerechnet in der Phase, in der die Vorfreude und Neugier auf das in deinem Bauch heranwachsende neue Leben am größten sein könnte, platzt möglicherweise – wie bei ca. 80 Prozent aller Schwangeren – dieses unwillkommene Gefühl dazwischen: Von vereinzelten leichten, flauen Wellen bis hin zu ausgewachsener Dauerübelkeit. Bei ca. 50 Prozent der Schwangeren gesellt sich dann auch noch Erbrechen dazu. Diese Phase dauert bei den meisten Frauen von der ca. 5. bis zur 14. SSW an, Intensität und Zeitrahmen sind natürlich je nach individueller Befindlichkeit und Schwangerschaftsverlauf verschieden. Spannend: Der Begriff „Morgenübelkeit“ ist eigentlich gar nicht passend – zwar gibt es die Übelkeit auch morgens, aber viele Frauen empfinden sie zu ganz unterschiedlichen Tageszeiten, so auch mittags oder abends, manche leider auch ganztägig.

Aber warum ist das überhaupt so mit der Übelkeit? Und wie geht’s dabei deinem Kind? Eins vorweg: Deinem kleinen Mitbewohner geht es – falls sich dir manchmal der Magen umdreht – tatsächlich blendend, mach dir darüber keine Gedanken. Im Fruchtwasser wohlig geschützt, kriegt dein Baby ausreichend Nährstoffe, auch wenn du mal weniger zu dir nimmst oder etwas wieder rauskommt. Auch gut zu wissen: Wen in der Schwangerschaft Übelkeit plagt, dem bleiben laut statistischer Wahrscheinlichkeit meist die gesamten 40 SSW zum Austragen des Kindes, auch Fehlgeburten sind weniger häufig bei vorheriger Schwangerschaftsübelkeit.

Also: Warum wird dir schlecht? Grundsätzlich hat die Natur das schon ganz gut eingerichtet: Wird uns übel, ist dies häufig ein Schutzmechanismus, um uns vor Lebensmitteln und Inhaltsstoffen zu bewahren, die uns gerade nicht guttun bzw. vor giftigen/schädlichen Stoffen und Erregern ganz allgemein. So auch in der Schwangerschaft. Gerade dann gibt es einige Lebensmittel, die dem Embryo – besonders in den ersten Wochen – gar nicht guttun, so z. B. Fleisch und Eier, aber auch Kaffee, einige Gewürze u. a. Das Gute daran: Deine Intuition hilft dir teilweise, einige Dinge ganz automatisch zu meiden. Wenn dein Bauchgefühl dich also „warnt“ – umso besser. Informiere dich auf jeden Fall auch über das Thema , in Kombination mit deinem „guten“ Bauchgefühl bist du dann auch für alles gewappnet.

Leichte Schwangerschaftsübelkeit ist also keine Krankheit, sondern lediglich eine schwangerschaftsspezifische Veränderung. Auch die hormonelle Umstellung und die stark erhöhte Konzentration des Schwangerschaftshormons hCG leisten einen zusätzlichen Beitrag zum flauen Gefühl im Magen.

Mögliche Gründe für die Übelkeit oder den Brechreiz in der Schwangerschaft:

  • Wie oben erwähnt: Herabgesetzte Reizschwelle für Übelkeit/Brechreiz als „Frühwarnsystem“ zum Schutz des Embryos/heranwachsenden Kindes
  • Hormonelle Umstellung, höhere Hormonwerte (hier besonders Schwangerschaftshormone hCG und Östrogen)
  • Die gute Nachricht: Der hCG-Spiegel fällt nach den ersten 12 SSW wieder ab, deshalb dann oft Linderung der Beschwerden
  • Niedriger Blutzuckerspiegel (kann auch Schwindel verursachen) oder Vitamin-B-Mangel
  • Schilddrüsen-Funktionsstörung (vom Arzt feststellbar)
  • Vermehrte Müdigkeit, höherer Stress- und Angstpegel (eines davon oder alles in der Kombi)
  • Infektion mit einem Magenkeim (Helicobacter pylori)

Falls Du mit dem Thema Übelkeit, Schwindel und/oder Erbrechen zu tun hast, beobachte vor allem, wann die Symptome auftreten (mach dir dazu gerne Notizen) und versuche dann – auch in Absprache mit deinem Frauenarzt – hier und dort auszugleichen, wenn du bestimmte Ursachen ausmachen kannst, die sich durch Ernährung, Bewegung oder andere hier genannte Tipps mildern lassen. Bei sehr starken Beschwerden, dem sogenannten extremen Schwangerschaftserbrechen (Hyperemesis Gravidarum), also z. B. ab 5-mal Erbrechen am Tag oder bei Gewichtsverlust, bitte auf jeden Fall den Arzt hinzuziehen – sicher ist sicher.

Hilfreiche Tipps aus der Küche

Ernährung in der Schwangerschaft spielt eine wichtige Rolle, wenn es um Schwangerschaftsübelkeit geht: Dem leeren und sich drehenden Magen vorbeugen kann man schon mit einer Scheibe Zwieback und einem Kräutertee vor dem Aufstehen, danach vielleicht lieber mal ein warmes Frühstück probieren, z. B. sanftes Porridge und säurearmes Obst. Leichte, fettarme Suppen und Brühen wärmen von innen und sind in ganz „üblen“ Momenten besser verdaulich als fettige, stark gewürzte oder kalte Speisen. Versuche bei Übelkeit auch Koffein und Milchspeisen zu reduzieren/wegzulassen. Karotten, Kartoffeln, Fenchel u. ä. dagegen schaffen ein gutes Fundament für einen stabilen Magen, zwischendurch helfen ein paar Mandeln, Nüsse oder getrocknete Früchte.

Im akuten Fall: Ein paar trockene Haferflocken kauen (binden die Magensäure) oder an einer Zitrone riechen. Auch Ingwer kann schnelle Erleichterung verschaffen. Ingwer kann als Tee oder Bonbon oder kandiert genossen werden, es hilft vielleicht auch, die Zunge mit frischem Ingwer einzureiben. Generell aber bitte täglich nicht mehr als 6 g Ingwer zu sich nehmen.

Gut zu wissen: Auch, wenn die Müdigkeit nach dem Essen Richtung Couch oder Bett zieht, gerade dann lieber nicht hinlegen, sondern eher ein paar Meter an der frischen Luft gehen und tief durchatmen.

Trinken:

  • Tee (Fenchel, Anis, Kamille, Melisse, Frauenmantel, Koriander oder fertige Magentee-Mischungen)
  • Hier gilt: Nicht zu viel, vor allem bei Heilkräutern (max. 3 TL am Tag)
  • Kalter Tee oder Wasser mit einer Zitronenscheibe
  • Ginger Ale, Ingwertee, Ingwertabletten (in Maßen und nur bei guter Verträglichkeit!)
  • Eiswürfel lutschen (falls andere Flüssigkeit zu unangenehm)
  • Auch während der Mahlzeiten etwas trinken, falls das Essen dann leichter geht
  • Generell ausreichend trinken, täglich 2-3 Liter (kleine Schlücke)

Essen:

  • Trockene Haferflocken kauen (binden die Magensäure)
  • Zwieback, Knäckebrot, trockene Kekse knabbern (Übelkeit oft stärker bei leerem Magen)
  • Kiwi (gleicher Bitterstoff wie in Paspertin; eine Scheibe 5 Min. auf die Zunge legen)
  • Getrocknete Früchte (z. B. Aprikosen, hoher Kalium-Gehalt)
  • Melonen und Trauben (hoher Wassergehalt)
  • Iss weniger pro Portion, dafür oft/öfter
  • Karotten, Kartoffeln, Fenchel als „sanfte“, magenschonende Gemüse/Kohlehydrate
  • Kräftige Suppen und leichte, fettarme Brühen (Hühner oder Gemüse)
  • Achte auf einen hohen Anteil an Eiweiß, Kohlenhydraten und Vitamin B in deinen Speisen
  • Joghurt bei guter Verträglichkeit; enthält viel Eiweiß und Vitamin B – kann Übelkeit sogar vermeiden

Allgemeine Empfehlungen gegen Schwangerschaftsübelkeit

Falls du lieber auf alternative Methoden zurückgreifen willst, gibt es natürlich auch hier einige Hilfsmittel, die deine Übelkeit lindern können:

  • Ätherische Öle/Aromatherapie (Zitrus-haltiges oder Pfefferminz-Öl bzw.solche, die speziell bei dir gute Gefühle hervorrufen) oder: an einer Zitrone riechen
  • Akupunktur und Akupressur (z. B. Akupressur-Bänder fürs Handgelenk aus Apotheke/Drogerie)
  • Homöopathische Präparate, z. B. Nux vomica (in Absprache mit fachkundigem Therapeuten)
  • Wechselduschen am Morgen (gut für den Kreislauf)

Auch Bewegung sowie Entspannungstechniken können den Kreislauf sanft in Schwung bringen bzw. beruhigen, sodass die Übelkeit sich im besten Fall schnell verflüchtigt. In der Schwangerschaft kannst du hier folgendes tun:

  • Leichte Morgengymnastik im Bett
  • Schwimmen, Wassergymnastik
  • Spazierengehen, Walken
  • Pränatal-Yoga (ganz sanft, bei geringer bis mäßiger Übelkeit)
  • Meditation, Atemtechniken

Ganz allgemein gibt es auch sonst einiges, dass dabei helfen kann, dir die Zeit des Unwohlseins deutlich zu erleichtern:

  • Gespräch mit Gynäkologe und/oder Hebamme – die (evtl. medikamentöse) Behandlung bei starker Übelkeit/Erbrechen ist einfacher, je früher damit angegangen wird
  • Selbstmedikation nur in Absprache mit Experten (Arzt, Hebamme etc.)
  • Morgens 20-30 Minuten länger liegen bleiben, bewusst und tief atmen, Zeit nehmen, den Tag – wenn möglich – in Ruhe zu beginnen
  • Ruhepausen am Tag (Nickerchen/auf dem Sofa liegen, Musik hören, Lesen)
  • Rasche Bewegungen vermeiden, bspw. zu schnelles Aufstehen aus der Hocke/vom Bett
  • Falls du einen hast – auf jeden Fall deinen Partner um Unterstützung bitten bei täglichen Aufgaben und Herausforderungen – auch Familienmitglieder und Freunde helfen sicher gern
  • Falls du schon ein Kind/Kinder hast (wenn alt genug): diese um Mithilfe bitten (Haushalt, Kochen, Kinderbetreuung)
  • Krankschreiben lassen, falls Übelkeit und Job gerade gar nicht vereinbar sind (mehr Zeit = mehr Ruhe)
  • Zigarettenrauch und andere starke Gerüche meiden (z. B. Parfums, Kaffee, bestimmte Speisen)

Alles in allem heißt es auf jeden Fall … bleib positiv – und behalte vor allem immer im Blick: Die Übelkeit geht vorbei und der Preis, den du am Ende im Arm hältst, wiegt so ziemlich alles auf, was vorher nicht optimal lief oder dir manchmal so einiges abverlangt hat … dein Kind.