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Arbeiten mit Kind Wiedereinstieg Arbeitswelt

Zurück in den Beruf: Mega-Mama & Arbeits-As – so klappt’s

Zuerst die aufregende Zeit der Schwangerschaft, dann die ersten Tage, Wochen und Monate zu Hause mit dem neuen Familienzuwachs – deine Welt hat sich mit dem Mutter werden komplett verändert. Und wo die einen Neu-Mamis den Ausblick auf die kommenden Jahre zu Hause mit ihrem Nachwuchs genießen, scharren die anderen irgendwann mit den Füßen. Ob auf eigenen Wunsch oder aus finanziellen Gründen – immer mehr junge Mütter stehen der absehbaren Rückkehr in die Arbeitswelt gegenüber. Der Schritt zurück in die Berufswelt ist nicht leicht, aber machbar.

Zur Erinnerung: Bis zu drei Jahre Elternzeit kannst du nach der Geburt deines Kindes in Anspruch nehmen – und in dieser Phase sogar in Teilzeit arbeiten. Kannst du beides, musst du aber nicht.

Grundsätzlich gilt: Kümmere dich als Wiedereinsteiger in der Berufswelt nicht erst auf den letzten Drücker um die Details deiner Rückkehr an den alten Arbeitsplatz. Gib dir und deinem Arbeitgeber hier in allen Belangen ausreichend Zeit zur Planung, damit der Übergang für beide Seiten entspannt ablaufen kann.

Welche Alternative für deinen Wiedereinstieg in Frage kommt, hängt von deinen persönlichen Lebensumständen ab. Wir geben dir nachfolgend ein paar Tipps wie du auch als Mama erfolgreich berufliche Ziele verfolgen kannst und was dabei zu beachten ist.

Praktisches: Diverse Arbeitszeitenmodelle

Wie sieht euer Alltag aus, jetzt, wo der Nachwuchs da ist? Habt ihr euch schon eingetaktet, hast du ausreichend Unterstützung von Familie und Babysitter oder geht der Nachwuch sogar schon in die Krippe? Je nach persönlicher Situation bist du vielleicht schon am überlegen, in welchem Umfang du dich wieder ins Arbeitsleben stürzen möchtest. Zurück zur Vollzeitstelle trotz bzw. mit Baby? Für manche neuen Mütter ist das der passende Weg und wenn das Kind umfassend versorgt ist während der Arbeitszeit und der Trennungsschmerz nicht zu groß ist, funktioniert auch das ganz gut.

Fest steht laut einigen Studien, dass eine zu frühe Rückkehr an den Arbeitsplatz nach der Geburt (z. B. nach weniger als 12 Wochen) nicht nur für das Kind, sondern auch für die Mutter suboptimal sein könnte. Mögliche Risiken für dich als Mutter sind bspw. eine höhere Anfälligkeit für die Erkrankung an Depressionen sowie ein insgesamt verschlechterter gesundheitlicher Zustand. Die mögliche Erklärung? Die plötzlich auftretende Doppelbelastung (physisch wie psychisch) durch die fordernde Kinderbetreuung plus die anspruchsvollen Inhalte am Arbeitsplatz. Sicher – manche Frauen wuppen dies mit links. Das heißt aber nicht, dass es deshalb jede Frau so machen müsste oder könnte.

Also: Höre auf deine innere Stimme und vertraue darauf, deine Kapazitäten und Wünsche hinsichtlich der anstehenden verdoppelten Anforderung einschätzen zu können. Auch in Bezug auf dein Kind gilt es, behutsam und aufmerksam abzuwägen: Wie viel Bindung, Aufmerksamkeit und intensive Zuwendung braucht und fordert dein Kind in sehr jungem Alter? Klar ist: Hier gibt es kein „richtig“ oder „falsch“, jedes Kind und jede Familiensituation ist individuell verschieden, entscheiden und abschätzen kann und soll das am Ende also jede Mutter selbst, so auch du.

Falls du bewusst einen Gang runterschalten willst oder dir noch unschlüssig bist, wie viel du dir zumuten kannst, bietet sich die Option Teilzeit an: Warst du im Vorfeld mehr als 6 Monate bei deinem bisherigen Arbeitsgeber und sind im Unternehmen mehr als 15 Arbeitnehmer beschäftigt? Dann kannst du nach der Elternzeit auch in Teilzeit zurückkehren in den Job, sofern von Arbeitgeberseite keine sonstigen betrieblichen Gründe dagegensprechen (dann max. 30 h/Woche).

Zeitliches: Fristen für die Rückkehr in den Job

Wiedereinsteigen in die Berufswelt, also in den alten Job, kannst du jederzeit. Das gilt während der Elternzeit sowie auch danach. Wenn du bei der Rückkehr in deinen Job nach Beendigung der Elternzeit auf Teilzeit runterschrauben willst, signalisiere das deinem Arbeitgeber mind. 3 Monate vor Ablauf der Elternzeit (am besten auch schriftlich). Erläutere auch, in welchem Rahmen, mit welchen Arbeitszeiten etc. du dir das Ganze vorstellst. So haben sie in deinem Unternehmen ausreichend Zeit zur Planung und du kannst dich rechtzeitig um eine passende Kinderbetreuung kümmern.

Abgesehen von den maximal 3 Jahren Elternzeit gibt es demnach keine Frist für die Rückkehr in den Job. Oder? Offiziell bzw. gesetzlich nicht – welche Erwartungen und Vorstellungen dein Arbeitgeber für seinen Betrieb bzw. speziell für dich/deine Position hat, bleibt dabei außen vor. Sieht man sich um, so nehmen in den letzten Jahren viele junge Mütter eine einjährige Elternzeit. Danach zieht es viele zurück an den Arbeitsplatz. Dies ist keine Regel, sondern scheint eher eine Art stiller Übereinkunft in vielen Betrieben zu sein. Wie dein Chef bzw. deine Chefin dazu steht, kannst du einfach herausfinden, indem du – am besten noch vor Beginn des Mutterschutzes – aktiv das Gespräch suchst und das Thema offen anbringst. In den meisten Fällen kommen Arbeitnehmer und Arbeitgeber dann ganz entspannt auf einen gemeinsamen Nenner.

Kombinierbares: Als Mutter im Home-Office

Eine andere Möglichkeit, nach einem Baby ins Berufsleben zurückzukehren, ohne von der Seite des neuen Nachwuchses zu weichen: das Home-Office. Vor allem alleinerziehenden Müttern hilft diese Option oft aus dem Orga-Dilemma. Babysitter hier, Tagesmutter da, Kita dort … falls du komplett auf betreuende Hilfe von außen angewiesen bist, geht schnell ein Großteil deines Gehalts für die Kinderbetreuung drauf, was ja auch nicht der Sinn des Ganzen ist. Falls du überlegst, künftig von zu Hause zu arbeiten, gilt der erste Schritt dem Gang zum Arbeitgeber um abzuklären, ob dieses Arbeitsmodell in deinem Fall überhaupt machbar und gern gesehen ist. Kommt aus der Richtung grünes Licht, solltest du dein neues „Job-Format“ sinnvoll und durchdacht durchstrukturieren:

  • Richte dir einen festen, möglichst ruhigen Arbeitsplatz ein
  • Lege fixe Arbeitszeiten fest (und halte dich – soweit möglich mit Kleinkind an deiner Seite – daran)
  • Hab einen Babysitter in der Hinterhand, um den Rücken frei zu haben z. B. für geschäftliche Telefonate, konzentrierte Arbeit an zeitsensiblen Deadlines etc.
  • Trenne Berufliches und Privates auch beim Thema Telefonate, E-Mails etc. (Fokus auf deine Tätigkeit in den Stunden, die du dafür einplanst)
  • Zusätzliche Zeit einplanen für Administratives/Orga

Trotz des sinnvollen Plans, fixe Arbeitszeiten einzuhalten, punktet das Home-Office definitiv mit seiner relativen Flexibilität bei der Zeiteinteilung. Kurzfristiger Arzttermin mit dem Baby, Kind fiebert, schläft unregelmäßig, zahnt etc. … da ist es natürlich toll, wenn du vor Ort sein und dich kümmern kannst. Wenn sich Projekte und Aufgaben dieser „Spontaneität“ anpassen lassen – umso besser.

Klingt toll, geht aber nicht immer. Aber fragen kostet ja schließlich nichts, also lote im Vorfeld auf jeden Fall alle Möglichkeiten aus, die für die Rückkehr in den Job hast und die speziell für dich in Frage kommen.

Ein anderes Szenario: Du möchtest nach der Elternzeit bzw. der Geburt deines Kindes mit einem ganz neuen Job anfangen und das am besten im Home-Office? Einige Jobs, die sich dafür besonders eignen, sind z. B.:

  • Schreibarbeiten jeglicher Art (bspw. Für Ärzte, Rechtsanwälte etc.)
  • Kreative Berufe (Grafiker, Journalist, Schneider, Texter usw.)

Erkundige dich über die Voraussetzungen für konkrete Interessensgebiete – so brauchst du für manche Tätigkeiten evtl. einen Gewerbeschein, da diese nicht im Angestelltenverhältnis ausgeübt werden können.

Mutiges: Selbstständigkeit als neue Form des Arbeitens mit Nachwuchs

Dein bisheriger Chef ist eher unflexibel beim Thema Teilzeit- und/oder Heimarbeit? Oder juckt es dich einfach in den Fingern und du sprühst vor Ideen, die du selbstbestimmt zurechtfeilen und ausführen willst? Die Alternative: Selbstständigkeit als neuer Weg der flexiblen, unabhängigen und selbstbestimmten Beschäftigung – vielleicht ist das auch für dich etwas? Das Feld ist weit, die Planung und ganz konkrete Vorbereitung auf einen solchen Schritt erfordert Zeit, Nerven und Fokus. Im Idealfall wagst du dich bereits während deiner Schwangerschaft an dieses Thema heran, denn ist der Nachwuchs einmal da, lassen Konzentration und Zeit vermutlich eher zu wünschen übrig. Mute dir nicht zu viel zu! Kläre vor allem diese Aspekte im Vorfeld für dich ab, bevor du eine Entscheidung triffst:

  • Liegt mir das Unternehmertum/bin ich genug „Geschäftsfrau“?
  • Habe ich ausreichend Fachwissen und Erfahrung bzgl. Produktplatzierung/Marketing, Rechnungswesen, Rechtlichem etc.?
  • Möchte ich mir diese große Verantwortung auferlegen, bin ich dem Druck gewachsen?
  • Bin ich diszipliniert genug bzgl. Arbeitszeiten sowie Administration/Orga?
  • Habe ich genug Ausdauer, Energie und ein dickes Fell, um in der freien Wirtschaft zu bestehen?
  • Hat mein Geschäftsmodell ein knackiges bzw. ausreichend Alleinstellungsmerkmale, um vom Markt herauszustechen und bei der harten Konkurrenz zu bestehen?
  • Kann ich angemessen viel Zeit in mein Business stecken neben dem Muttersein?

Die Entscheidung für eine Existenzgründung solltest du in jedem Fall gründlich abwägen. Zusätzlich helfen kann auch ein Gründertest, solche finden sich u. a. im Internet sowie in einschlägiger Fachliteratur. Weiterführende gebündelte Informationen zum Thema Existenzgründung stellt das Bundeswirtschaftsministerium zur Verfügung unter www.bmwi.de.

Egal, für welche Form des Wiedereinstiegs in die Berufswelt du dich nach der Geburt deines Kindes entscheidest – nimm dir ausreichend Zeit, um die für die passende Nische zu finden. Spezifische Voraussetzungen und Parameter klärst du am besten schon vor der Geburt ab, dann wird es später nicht plötzlich stressig bzw. dir blühen nichts Unerwartetes.